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Höhenprofil Tag 2
Höhenprofil Tag 2

Dienstag, 14. September 2021

Tag 2: Trailorgie

Fenêtre de Camporcher - Rifugio Sogno di Berdzé - Passo dell'Invergneux - Gimillan - Pondel - Saint Pierre Streckenbeschreibung

Start: 08:15 Uhr - Stop: 16:45 Uhr - Kilometer: 49 km - Höhenmeter: +1350 hm / -2800 hm - Maximale Höhe: 2902 m - Schnitt: 9,9 km/h - Fahrzeit: 4:50 h

Aufbruch an der Rifugio Dondena (2190 m)
Aufbruch an der Rifugio Dondena (2190 m)
Rifugio Misérin (2580 m)
Rifugio Misérin (2580 m)
Links Fenêtre de Camporcher (2826 m), rechts Col Pontonnet (2898 m)
Links Fenêtre de Camporcher (2826 m), rechts Col Pontonnet (2898 m)

Am Morgen reihen wir uns wieder in den Strom der Läufer ein, die nach wie vor ohne Unterbrechung an unserer Rifugio eintreffen und auch wieder starten. Allerdings in der Gegenrichtung. Zunächst müssen wir zur Rifugio Misérin (2575 m). Dies geht bis auf kleinere Rampen noch recht bequem. Die Hütte schält sich bei unserer Ankunft nur widerwillig aus dem Nebel. Sie sieht einigermaßen verlassen aus. Ich kann mich aber auch täuschen. Wir passieren den gleichnamigen See und steuern das Fenêtre de Camporcher (2826 m) an. Grundsätzlich gäbe es auch den Col Pontonnet, der zwar etwas höher, aber in der Abfahrt dafür strategisch günstiger wäre. In der Hoffnung auf etwas Verpflegung fällt die Wahl allerdings auf das Fenêtre de Camporcher, denn dort kommen wir an der Rifugio Songo di Berdzé vorbei. Am Pontonnet waren wir außerdem beide schon.

Fenêtre de Camporcher, wir kommen
Fenêtre de Camporcher, wir kommen
Aufstieg Fenêtre de Camporcher (2826 m)
Aufstieg Fenêtre de Camporcher (2826 m)
Am Fenêtre de Camporcher (2826 m)
Am Fenêtre de Camporcher (2826 m)

Ein schmaler Pfad führt weiter nach oben. Das Rad liegt dabei meist auf dem Rücken. Sonne und Nebel geben ein abwechslungsreiches Wechselspiel. Natürlich sind auch die Läufer noch auf derselben Route. Am Fenêtre komme ich mit einem ins Gespräch. Man muss schon ganz schön verrückt sein, sich so etwas Non-stop anzutun. Aber wer weiß, was die von Mountainbikern denken. Vor uns liegt nun das Vallone dell'Urtier, das nach Cogne hinunter führt. Die Aussicht ist phantastisch und reicht bis zum Col Lauson und den Ausläufern des Gran Paradiso. Unterhalb einer Steilstufe liegt bereits sichtbar die Rifugio Sogno di Berdzé (2520 m) in einem großen Talkessel. Für eine Alpenüberquerung ist der Aufstieg durch das Val Camporcher wirklich ein sinnvoller Einstieg.

Los geht's ...
Los geht's ...
... mit vielen Trailrunnern
... mit vielen Trailrunnern
Trailtraum ...
Trailtraum ...

Die Abfahrt ist 1a. Ein fast perfekt gekehrter Trail führt in passablem Gefälle der Rifugio entgegen. Ein paar Spitzkehren und vor allem die Trailrunner bremsen uns trotzdem immer mal wieder herunter. Auch in der Sogno di Berdzé ist alles auf die Läufer ausgerichtet. Auf Tagesgäste ist man eher nicht mehr vorbereitet. Für Mittag ist es vielleicht auch noch zu früh. Wir bekommen gegen einen Unkostenbeitrag etwas Käse und Wurst von der Verpflegungstafel. Etwas mager. Da es aber keine weitere Versorgungsmöglichkeit mehr gibt bis zum Abend und der Rucksack kaum noch etwas her gibt, müssen wir uns damit abfinden.

Rifugio Sogno di Berdzé (2525 m)
Rifugio Sogno di Berdzé (2525 m)
Ankunft am Passo dell' Invergneux (2902 m)
Ankunft am Passo dell' Invergneux (2902 m)
Aufstieg Passo dell' Invergneux (2902 m)
Aufstieg Passo dell' Invergneux (2902 m)

Noch ein Stück abwärts über die Piste, dann geht es rauf zum Passo dell'Invegneux (2902 m). Die ersten 250 hm hätten wir uns mit der Überschreitung des Kammes am Col Pontonnet sparen können. Die Piste ist aber einfach zu fahren, ich kenne die Strecke noch vom letzten Jahr. Das gilt auch für die anschließenden 300 hm Schieben und Tragen auf dem Pfad bis zum Pass. Der Invergneux ist der Hauptgrund für die bisherige Routenwahl. So gesehen war bisher alles Vorspiel, wobei das dem Fenêtre de Camporcher nicht gerecht würde. Abgesehen von der wirklich langen Auffahrt aus dem Aosta-Tal ist der Übergang recht einfach und bietet eines schöne Abfahrt. Schneller und kringeliger geht das natürlich von Cogne.

Banzai-Trail
Banzai-Trail
Banzai-Trail
Banzai-Trail
Banzai-Trail
Banzai-Trail

Nun also Invergneux zum Zweiten. Der Trail ist so gut und so lange, dass ich ihn gerne schon wieder fahre. Leider ist das Wetter etwas dunstig und nicht so fotogen wie im letzten Jahr. Der Weg wird dadurch aber keinen Deut schlechter. Ich würde sogar sagen, dass ich es besser genießen kann, da ich genau weiß, was uns nun erwartet. In Summe über 1000 hm Abfahrtsspaß über endlos lange Flowpfade in einsamer Gebirgslandschaft. Erst im unteren Teil, wo die Vegetation wieder einsetzt, wird es etwas holpriger und schwieriger. Das ist aber nur ein kurzers Stück im Vergleich zur gesamten Abfahrt. Der winzige Gegenanstieg vor Gimillan (1790 hm) stört das auch nicht weiter. Nachfahren!

Valnontey und Gran Paradiso in den Wolken
Valnontey und Gran Paradiso in den Wolken
Kurz vor Gimillan
Kurz vor Gimillan
Gimillan (1790 m) (1)
Gimillan (1790 m) (1)

In Gimillan (1790 m) hatte ich vorsichtig eine Übernachtung geplant. Es ist allerdings erst 14 Uhr. Das Wetter ist auch ok, also fahren wir weiter. Bis zum Talgrund in Epinel (1450 m) geht der Fahrspaß unvermindert weiter. Ein recht steiler, aber wunderschöner Waldweg spuckt uns letztendlich an der Straße durch das Val di Cogne aus. Dieser folgen wir ein ganzes Stück im Sturzflug talauswärts und verlassen sie erst bei Pondel (800 m). Letztes Jahr bin am Talausgang ich einen schönen Trail in Richtung Aosta gefahren, dieses Mal gibt es die Alternative auf der linken Talseite.

Gimillan (1790 m) (2)
Gimillan (1790 m) (2)
Pondel-Trail-Tunnel
Pondel-Trail-Tunnel
Brücke von Pondel
Brücke von Pondel

Die spektakuläre römische Brücke Pont d’Aël führt uns auf die andere Talseite. Der Trail dort beginnt leider mäßig. Ein paar längere Anstiege zwingen uns nochmals zu Schieben. Nach einem lustigen Tunnel ist das Gelände dann so ausgesetzt, dass Fahren ebenfalls zeitweise nicht möglich ist. Dauert zwar alles nicht lange, aber nervt. Da finde ich die Strecke rüber nach Aosta deutlich unterhaltsamer.

Menü in Saint Pierre (670 m)
Menü in Saint Pierre (670 m)

Für heute reicht es nun. Wir überqueren noch die Dora Baltea und quartieren wir uns nach einem Supermarktkaloriennachfüllnothalt im Hotel Saint-Pierre ein. In der nahegelegenen Pizzeria geht der Tag dann zu Ende. Nachdem es gestern nur bergauf ging, ist heute das Abfahrtspensum ganz amtlich. Morgen heißt es dann erst mal wieder rauf fahren. Leider sind die Wetteraussichten nicht besonders erfreulich.

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