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Sonntag, 20. August 2000

Tag 8: Asphaltettape über den Passo Manghen

Obereggen - Reiter Joch - Tesero - Cavalese - Molina - Passo Manghen - Telve - Caldonazzo Streckenbeschreibung

Start: 9.00 Uhr - Stop: 17.30 Uhr - Kilometer: 89 km - Höhenmeter: 1700 hm - Schnitt: 15,6 km/h - Max: 80,6 km/h - Fahrzeit: 5,5 h

Wir haben gestern die gewaschenen Sachen auf dem Balkon aufgehängt, alles ist Trocken. Um auch die heutige Etappe etwas zu entschärfen, streichen wir das Jochgrimm, das Alexander und ich sowieso schon kennen (sogar ohne Regen), komplett. Im Schatten des Latemar strampeln wir auf einer Teerpiste hinauf zum Reiter Joch (1996 m). Nach einer High-Speed Abfahrt nach Tesero (1000 m) und einem Platten von Alexander, gelangen wir über die bereits sehr italienischen Dörfer Cavalese, Castello (leichte Wegfindungsschwierigkeiten) und Molina (ca. 820 m) zum Höhepunkt des heutigen Tages. Die 1200 m hohe Auffahrt zum Passo Manghen (2047 m).

Auch der Giro ist hier schon einmal drüber gegangen, aber wahrscheinlich bei angenehmeren Temperaturen. Die Sonne steht senkrecht und die Bäume spenden kaum Schatten, der Körper mutiert zum Durchlauferhitzer. Zum Glück finde ich einen Brunnen und kann meine Flasche auffüllen. Bis auf wenige Autos spule ich mein Programm ohne Zuschauer ab, das heißt die anderen sind weit voraus. Nach 900 m finden sich alle wieder ein und wir machen Mittagspause an einer Jausenstation.

Auffahrt zum Passo Manghen (2047 m)
Auffahrt zum Passo Manghen (2047 m)
Passo Manghen (2047 m)
Passo Manghen (2047 m)
Abfahrt vom Passo Manghen
Abfahrt vom Passo Manghen

Eine Ewigkeit haben wir herumgesessen, bis ich den Truppe zum Aufbruch bewegen kann. Die Klamotten sind sogar wieder trocken, doch das wird nicht lange so bleiben, noch 300 m liegen vor uns. Folglich ist am Pass alles wieder nass. Es herrscht Trubel wie auf einem Jahrmarkt. Nach kurzem Foto-Shooting am letzten Punkt über 2000 m beginnen wir die 1500 m m lange Teerabfahrt nach Telve (550 m). Fast 15 Autos und eine Kuhherde habe ich auf dieser Strecke überholt, wobei sich einige äußerst unkooperativ angestellt haben (gilt sowohl für die Autofahrer, als auch die Kühe).

Nach angenehmer Kühle am Pass schlägt uns im Tal die brutale italienische Hitze wieder ins Gesicht. Da die Truppe mittlerweile allen weitern Höhenmetern eine Absage erteilt, können wir die von mir anvisierte Albergo Monte Rovere (1255 m) heute nicht erreichen. Über Borgo und den Radweg am Fluss entlang nähern wir uns Caldonazzo (480 m), wo wir nach einigem Suchen auch eine Übernachtung finden. Es ist die teuerste der ganzen Tour, aber auch meine allererste Unterkunft mit einem eigenen Pool. Karsten und ich nutzen direkt diese Gelegenheit. Von der Atmosphäre ist es schon fast wie am Gardasee. Vom nahegelegenen Lago die Caldonazzo ist allerdings nichts zu sehen und zu spüren. Das anschließende Abendessen fahren wir uns bei einem Gasthaus mitten im Ort ein.

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