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Höhenprofil

Montag, 14. Juli 2014

Tag 4: Holy Trail

Glaspass - Safiental - Tomülspass - Valser Tal - Lumbrein Streckenbeschreibung

Start: 08:45 Uhr - Stop: 17:15 Uhr - Kilometer: 53 km - Höhenmeter: +1800 hm / -2250 hm - Maximale Höhe: 2412 m

Frisch gebackene Weltmeister
Frisch gebackene Weltmeister
Anfahrt Safiental
Anfahrt Safiental
Haus Beverin am Glasspass
Haus Beverin am Glasspass

Als frisch gebackene Weltmeister starten wir motiviert in die heutige Etappe, die auch unsere interessanteste werden sollte. Dabei folgen wir ausnahmslos der Alpine Bike 1 Route. Der Regen ist erst mal verflogen und wabernde Wolkenformationen sorgen minütlich für eine neue Aussicht. Wir haben nun endlich die erste nennenswerte Trailabfahrt der Tour vor der Nase. Diese führt hinunter ins Safiental (1315 m), ein Seitental des Vorderrheins. Laut Wirt ist der Weg „nicht fahrbar”. Über Wiesen und später durch den Wald geht es aber doch ganz brauchbar gen Talgrund. Der Fuß muss zwar immer mal wieder auf den Boden, aber das liegt vor allem am nassen und rutschigen Untergrund auf Steinen und Wurzeln. Keine Top-Abfahrt, aber immerhin.

Abfahrt ins Safiental (1)
Abfahrt ins Safiental (1)
Abfahrt ins Safiental (2)
Abfahrt ins Safiental (2)
Safiental bei Turrahus
Safiental bei Turrahus

Im kleinen Safien Platz gilt das erste Interesse einem kleinen Lädchen, das uns wenigstens mit einigen Kleinigkeiten versorgen kann. Für den kommenden Tomülspass (2412 m) kann etwas Verpflegung nicht schaden. Dieser Pass führt ins Valser Tal, ebenfalls ein südliches Seitental des Vorderrheins. Bis zum eigentlichen Anstieg folgen wir einer Naturstraße leicht ansteigend weiter nach Süden. Nur kleinere Häuseransammlungen säumen den breiten Weg, der bis zur Übernachtungsmöglichkeit Turrahus (1694 m) führt. Wir fahren einfach weiter, für eine Pause ist es noch zu früh. Nach ein paar Metern zweigt ein betonierter Almweg nach rechts ab. Er bringt wieder nennenswerte Höhenmeter auf den Tacho. Ab 1950 m ist dann Schluss mit der Ausbaustrecke. Auf einem alten Karrenweg ist nun fast nichts mehr fahrbar. Der Untergrund ist zu schlecht. Dazu gesellt sich der nächste Regen dieser Tour. Schon als wir unten das Tal hinauf gefahren sind, ist es immer mehr zugezogen.

Hoch zum Tomülspass
Hoch zum Tomülspass
Abfahrt Tomülspass (1)
Abfahrt Tomülspass (1)
Tomülspass (2412 m)
Tomülspass (2412 m)

An der eher unscheinbaren Passhöhe des Tomülspasses (2412 m) zeigt sich wieder ein bisschen die Sonne. Neben dem fast gleich hohen Passo del Nàret ist dies der höchste Übergang der Tour. Zeit für eine kurze Futterpause vor der langen Abfahrt nach Vals (1254 m). So unspektakulär der Pass, so grandios ist die nun folgende Abfahrt.

Abfahrt Tomülspass (2)
Abfahrt Tomülspass (2)
Abfahrt Tomülspass (3)
Abfahrt Tomülspass (3)
Abfahrt Tomülspass (4), Riedboda
Abfahrt Tomülspass (4), Riedboda
Abfahrt Tomülspass (5), Riedboda
Abfahrt Tomülspass (5), Riedboda
Abfahrt Tomülspass (6)
Abfahrt Tomülspass (6)

Abfahrt Tomülspass (7)
Abfahrt Tomülspass (7)
Vals (1254 m)
Vals (1254 m)
Ankunft Valser Tal
Ankunft Valser Tal

Meistens leichter Flow, nur selten mal etwas technisch, bohren wir uns endlos in Richtung Erdmitte. Jedes Mal, wenn der Weg kurz vor dem Ende zu stehen scheint, geht es abermals weiter hinunter. Als wir endlich einen Forstweg erreichen, weichen wir auf den Wanderweg aus und setzen den Trail dort fort. Die Abfahrt ist wirklich episch. Wobei die Relationen bei der bisher Trail-armen Tour sich etwas verschoben haben. Aber ich sortiere den Tomülspass auf jeden Fall in meine Top 5 der besten Mountainbike-Pässe ein. Nur die allerletzten Meter nach Vals (1254 m) sind asphaltiert. Zudem scheint nun ordentlich die Sonne.

Nach einer etwas verspäteten Mittagspause am Valser Supermarkt, fliegen wir über die Autostraße in Richtung Illanz das Tal hinunter. In Uors (932 m) stoppt die Schussfahrt vorzeitig, denn die Alpine Bike 1 führt heute noch nicht bis an den Rhein, sondern macht noch einen Schlenker nach Lumbrein im Val Lumnezia, einem kleinen Seitental. Der Weg dorthin führt auf der südlichen Talseite mit etlichen weiteren Höhenmetern recht kurzweilig über Almen, Waldwege und kleine Ortschaften bis Surin (1282 m), wo der tief eingeschnittene Glogn des Val Lumnezia überquert werden kann. Die finalen 250 hm bis Lumbrein sind dann reine Fleißarbeit. Wir haben dabei großes Glück, dass wir von den finsteren Schauerwolken nicht erneut abgeduscht werden, die sich seit einer Weile am Talende um den Piz Terri herum tollen.

Im Hotel Pez Regina treffen wir zum ersten Mal auf andere Mountainbiker. Sie wollen wie wir weiter zum Lago Ritom, allerdings in 2 Tagen und weiter westlich über den Maighelspass und den Gotthard. Unsere Route führt über den Lukmanierpass bereits morgen dort hin. Das ist auf jeden Fall die geradere Linie, bedeutet aber eine Straßenauffahrt. Eine weitere Alternative wäre bis in den Talschluss des Val Lumnezia zu fahren und dann über den Pass Diesrut und das Val Greina. Diese landschaftlich sicher sehr reizvolle Strecke ist aber nichts weiter, als eine lange Wanderung mit dem Bike. Wen es interessiert, der kann die Eindrücke bei Carsten Schymik nachlesen.

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