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Sonnntag, 26. August 2001

Tag 2: Fußmarsch über das Schlappiner Joch

Freiburger Hütte - Dalaas - Kristberg - Schruns - Gargellen - Schlappiner Joch - Schlappin Streckenbeschreibung

Start: 08.30 Uhr - Stop: 19.00 Uhr - Kilometer: 52 km - Höhenmeter: +2100 hm / -2350 hm - Schnitt: 7,7 km/h - Fahrzeit: 6¾ h

Downhill von der Freibuger Hütte
Downhill von der Freibuger Hütte
Karsten auf der Abfahrt nach Dalaas
Karsten auf der Abfahrt nach Dalaas

Wir haben eine üble Nacht hinter uns. Schwamm drüber. Die Morgensonne weckt schlafende Geister. Wir haben eine tolle Sicht nach Süden über den benachbarten Kristberg hinweg bis zum Schlappiner Joch, unsernem heutige Ziel. Au weia. Der Trail hinunter ist abschnittsweise fahrbar. Über den anschließenden Schotterweg und ein Sträßchen sind wir schnell in Dalaas (800 m) und stehen vor dem Anstieg zum Kristberg (1479 m). Auf einem Forstweg durch den Wald schrauben wir uns wieder in die Höhe. Dabei bieten sich immer wieder schöne Blicke auf das idyllische Tal um Dalaas herum. Der Weg ist eine richtige Bikerautobahn. Immer wieder treffen wir auf andere Radfahrer. In dieser Form habe ich das bis jetzt nur kurz vor Riva auf dem Anstieg Richtung Madonna di Campiglio erlebt.

Auf dem Kristbergsattel haben sich um die 15 Mountainbiker versammelt. Auch hier war ich mit Alexander vor drei Jahren schon einmal. Wir lassen uns nieder und machen Frühstückspause mit Äpfeln und Müsliriegeln. Wir sind damals durch das Silbertal zur Heilbronner Hütte weitergefahren. Heute geht es Richtung Schruns. Da wir den Weg über Bartholomäberg nicht finden können, machen wir uns keine Mühe und fahren durch den Ort Silbertal hindurch die kaum befahrene Straße nach Schruns (690 m) hinunter. Ab da folgen wir dem Radweg Richtung St.Gallenkirch bis Galgenül, wo wir in einem Lokal Mittagspause machen. Zufällig finden in dem Ort an diesem Tag Mountainbikerennen statt, die wir von der Terasse aus gespannt verfolgen.

Auffahrt nach Gargellen
Auffahrt nach Gargellen
Die letzten fahrbaren Meter Richtung Schlappiner Joch
Die letzten fahrbaren Meter Richtung Schlappiner Joch

Nach dem Essen fahren wir in brütender Hitze die Straße nach Gargellen (1423 m) hinauf. Als ich dort eintreffe, lutschen meine Kollegen bereits genüsslich Eis. In den nächsten Tagen sollte sich aber zeigen, dass das möglicherweise ein Fehler war. Ein guter Weg führt uns weiter das Tal hinauf, zunächst sehr steil, dann aber gemäßigter. Die Landschaft wird karger und interessanter. An einer kleinen Brücke zweigen wir von dem Weg ab und es beginnt unsere erste längere Schiebe- und Tragepassage. Man kann die komplette Strecke bis zum Schlappiner Joch (2202 m) schiebend bewältigen, muss dann aber in Kauf nehmen, bei jedem zweiten Schritt die Pedale in die Haxen gerammt zu bekommen, weil der Weg so schmal ist. Bei dem Superwetter und der genialen Landschaft können wir den Anstieg aber ganz gelassen ertragen. Wir sind übrigens nicht die einzigen Biker, die sich den Berg hinauf bewegen.

Pause am Schlappiner Joch (2202 m)
Pause am Schlappiner Joch (2202 m)
Blick vom Schlappiner Joch nach Klosters
Blick vom Schlappiner Joch nach Klosters

Der Blick vom Joch ist phantastisch. Im Süden liegt die Schweiz zu unseren Füßen, im Norden können wir noch die Freiburger Hütte erahnen. Von unserem geplanten Ziel Schlappin (1643 m), das vor uns im Tal liegen muss, ist aber noch nichts zu sehen. Es ist ziemlich kalt und die Sonne neigt sich langsam Richtung Horizont. Ich habe zwar gehofft, dass wir hinunter fahren können, doch das war vergebens. Der Weg ist ähnlich schmal und ausgewaschen wie auf der österreichischen Seite. Ernstahfte Versuche zu fahren, macht keiner von uns. Wir können zwar unser Ziel nun sehen, aber wegen der langen Schieberei ist die Stimmung nun nicht mehr die allerbeste. Schlappin liegt tief im Tal und es ist schon fast dunkel, als wir die von mir übers Internet ausfindig gemachte Gemsli Hütte erreichen. Es ist auch die einzige Unterkunft in diesem kleinen Bergdorf. Ich habe schon mittags telefonisch reserviert, aber auch die nach uns ankommenden Biker haben keine Probleme eine Übernachtung zu bekommen. Wir sind alle zusammen im neu ausgebauten Nachbargebäude untergebracht. Ich bin nicht der erste, der die Dusche nutzt und habe auch heute ziemlich kaltes Wasser. Bereits an diesem Abend lernen Felix und ich beim Biertrinken einige andere Biker und Bikerinnen etwas genauer kennen. Wir haben zwar alle schon auf der Freiburger Hütte gesehen, aber dort war wegen akuter Überfüllung kein Kontakt zustande gekommen. Sie haben alle das gleiche Endziel Gardasee.

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