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Höhenprofil

Donnerstag, 24. Juli 2003

Tag 8: Ausklang im Regen

Andalo - Lago di Molveno - Lago di Toblino - Marroche - Arco - Riva Streckenbeschreibung

Start: 11:00 Uhr - Stop: 15:15 Uhr - Kilometer: 53 km - Höhenmeter: +330 hm / 1230 hm - Maximale Höhe: 1041 m (Dirstentrittkreuz) - Schnitt: 10,7 km/h - Fahrzeit: 3:15 h

Lago di Molveno im Regen
Lago di Molveno im Regen

Das Zimmer war dürftig und nicht mal die Hälfte des Preises wert. Als Wiedergutmachung schüttet es am Morgen wie aus Eimern. Nachdem wir ein paar Stunden im Hotelempfang herumgelungert haben, wird es uns zu blöd und wir flüchten in den Regen. Die Möglichkeit, als Abschluss über den Monte Gazza zu fahren, ist natürlich gestorben. So geht es die Straße entlang bis zum Lago Molveno (845 m), den wir auf einem Weg am Westufer umfahren. Der Regen wird langsam weniger, aber es ist neblig. Nach einem kurzen Stück Straße hauen wir bei Nembia (850 m) in die Bremsen und biegen nach kurzer Wegsuche an der Mülldeponie auf eine Schotterpiste ein, die uns mit stetem Auf un Ab und ein paar beeindruckenden Blicken auf die vollgenebelte Sarcaschlucht bis nach Ranzo (746 m) führt. Der anschließende Sinkflug über die Geröllpiste durchs das Val Busa ist überhaupt kein Problem. Nach wenigen Minuten sind wir unten am Lago Toblino (245 m). Der Himmel wird zwar immer heller, aber noch hängen alle Gipfel um uns herum in der Wolkendecke. Wir folgen dem Radweg an der Sarca nach Pietramurata und schieben uns dort ein paar Futtereien aus dem Rucksack ein. Den Beginn des Sent. Marocche finden wir erst nach einigem Suchen, doch dann entpuppt sich der Weg als interessante Trailstrecke über einen verblockten Untergrund, die auch noch einmal einige Höhenmeter kostet. Ab Dro (123 m) geht es wieder über den Radweg auf der rechten Seite der Sarca bis nach Arco, das sich schon von weitem mit seinem auf einem Felsen erbauten Kastell angekündigt hat. Nach einer kurzen Runde durch den Ort folgen wir noch ein Stück dem Radweg und biegen kurz vor dem Brione ab in Richtung Riva (66 m) und zu unserem Hotel Orchidea. Heimlich, still und leise geht unsere diesjährige Alpenüberquerung zu Ende, kein erhabenes Einrollen und kein Zielfoto am Strand. Der Tag heute war auch nicht gerade der feierlichste. Immerhin lässt sich die Sonne nun ein bisschen Blicken. Was wohl Elmar und Ralph machen? Die müssten auf dem Weg zur Übernachtung in der Rifugio Graffer in der Brenta sein.

Abschlussessen in Riva
Abschlussessen in Riva

Zum Abendessen cruisen wir wie auf Schienen zum Hafen zur Alpencrossabschlussessenstammpizzeria Centrale und hauen uns feierlich den Bauch mit Pizza und Wein voll. Die Stimmung ist super und die Alpentour damit vollbracht. Während wir beim Nachtisch sitzen, tauchen plötzlich Elmar und Ralph wie zwei Geister auf. Gut, dass ich am ersten Abend immer in die gleiche Pizzeria gehe, sonst hätten sie uns nicht gefunden. Die Überraschung ist jedenfalls gelungen, wollten sie doch erst morgen in Riva ankommen. Elmar hat sich aber am von mir verschmähten Tarscher Pass schwer auf die Schnauze gelegt und eine böse Prellung am Knie kassiert. Sein Kommentar: "Der Weg ist fahrbar, ich bin mir sicher!" Trotz seiner Schmerzen haben es die zwei noch über das Rabbijoch gepackt, aber heute morgen beschlossen, für das Tourende den Weg des geringsten Widerstandes zu wählen. So sind auch sie über Val Non, Andalo, Lago Molveno und Marocche Trails nach Riva gefahren, und das alles an einem Tag mit fast 130 km und eher bescheidenem Wetter. Respekt. So hat kein Team die Transalp auf der geplanten Route beendet. Umso mehr freuen wir uns, dass wir nun gemeinsam feiern können.

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