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Höhenprofil

Montag, 25. Juli 2011

Tag 1: Warmfahren

Martigny - Col de Planches - Val de Bagnes - Mauvoisin Streckenbeschreibung

Start: 08:00 Uhr - Stop: 16:15 Uhr - Kilometer: 48 km - Höhenmeter: +2350 hm / -1000 hm - Maximale Höhe: 1821 m - Schnitt: 8,6 km/h - Max: 55 km/h - Fahrzeit: 5½h - Temperatur: 8 - 31 C°

Hotel Transalpin in Martigny
Hotel Transalpin in Martigny
Wir verlassen Martigny (467 m)
Wir verlassen Martigny (467 m)

Vor zwei Jahren endete die Schweiz Tour am Genfer See. Nun starten wir südlich des Sees in Martigny und haben damit fast eine Fortsetzung der damaligen Route. Wir starten relativ spät mit dem Auto in Richtung Martigny, da nach der Anreise sowieso erst eine Übernachtung ansteht, bevor wir auf die Räder steigen können. Ich hatte leider keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden, die noch ein paar Meter zum Einrollen zuließe. Mittlerweile bin ich etwas schlauer. Zumindest das Hotel Beau-Site in Chemin 700 hm oberhalb würde sich gut eignen. Die Suche einer Bleibe gestaltet sich aber auch in Martigny recht schwer. Ich habe zwar ein paar Adressen aufgeschrieben, doch diese erweisen sich als ungeeignet. Geschlossen, keine Parkmöglichkeit, zu weit weg, ... Als wir das zweite Mal am Hotel Transalpin vorbei fahren, halten wir endlich an und schlagen dort die Zelte auf. Der Name passt, der Preis nach dem Zudrücken beider Augen auch. Das ist die Schweiz im Jahre 2011. Wir werden nur einen Tag in diesem Land sein. Gute Nacht.

Sträßchen nach Chemin
Sträßchen nach Chemin
Hotel Beau-Site in Chemin (1157 m)
Hotel Beau-Site in Chemin (1157 m)

Das Hotel hat einen riesigen Parkplatz. Trotzdem dürfen wir den Wagen dort nicht stehen lassen und müssen auf den wenige Meter entfernten Wanderparkplatz zurückgreifen. Laut Wirt ist es seit langem der erste sonnige Tag, das ist wirklich schade :) Also mal los nach Süden in Richtung Val de Bagnes. Die ersten Kilometer könnte man mit dem Trubel der Blechkarossen der Passstraße zum Großen St. Bernard folgen. Wenn genug Zeit vorhanden ist, gibt es aber was Besseres. Direkt ab Martigny (465 m) suchen wir dafür den steilsten Weg nach oben und fahren uns auf dem kleinen Sträßchen zum Col des Planches (1411 m) warm. Schöne Blicke ins Rhonetal und märchenhafter Lärchenwald begleiten den Weg. Zum Ende noch 200 hm Schotterpiste und 1½h nach dem Start ist der Col du Tronc (1606 m) ist erreicht. Jetzt könnte man noch ein Stück weiter bis zum Col du Lein, aber das sparen wir uns. Ich habe sowieso keinerlei Infos über irgendwelche Abfahrten gefunden, also probieren wir den direkteren Weg nach Levron (1307 m)

Abfahrt ins Val de Bagnes
Abfahrt ins Val de Bagnes
Blick ins Val d'Entremont und Val Ferret
Blick ins Val d'Entremont und Val Ferret

Wir folgen einem Mountainbike-tauglichen Wanderwegelchen bergab, das immer wieder die Piste kreuzt. Die Blicke nach Süden reichen weit ins Val d'Entremont hinein. Bis hinter zum Val Ferret kann man blicken. Etwas östlicher liegt das Val de Bagnes, in das wir nun eintauchen werden. Hinter Levron führt der Wanderweg auf Schotterpiste weiter hinunter und dann über einen Höhenweg bis Vilette (821 m) im Talgrund. Hier ginge es hinauf ins Skimekka Verbier. Wir lassen Verbier links liegen und folgen der leicht befahren Straße ins Val de Bagnes bis nach Versegères (886 m), wo uns die Nahrungsaufnahme zum Stop auf einem Kinderspielplatz zwingt.

Der erste Gipfel ist erklommen
Der erste Gipfel ist erklommen

Nach der Mittagspause führt die Straße ziemlich einsam weiter das Tal hinauf. Die Blicke schweifen nach oben. Die Sonne scheint zwar, aber es ist nicht besonders warm. Auf den Berggipfeln rundherum ist frischer Schnee zu erkennen. Das Ergebnis des staubfreien Wetters in den letzten Tagen. Ich hoffe, dass dies nicht zum Problem wird bei den teilweise sehr hohen Pässen in den nächsten Tagen. Ein anderes Problem habe ich bereits jetzt. An meinem Rad zeigt sich eine auffällig wandernde Kettenline, welche durch den Verlust einer Kettenblattschraube an der Kurbel verursacht wird. Auch eine spontan eingeleitete Suche bringt den Abkömmling nicht zu mir zurück. In böser Erinnerung an ein Erlebnis, bei dem ich 4 von 5 Schrauben verloren hatte und nur noch zu Fuß weiter kam, fühle ich mich etwas verunsichert, wie schwer dieser Verlust wiegt. Aber es lässt sich nicht ändern. Der nächste Radelladen dürfte erst in Aosta kommen. Ich fixiere das Ritzel also mit einem Kabelbinder so gut es geht.

Anfahrt zum Lac de Mauvoisin (1976 m)
Anfahrt zum Lac de Mauvoisin (1976 m)

Zwischen Lourtier (1087 m) und Fionnay (1491 m) verlassen wir die Hauptstraße für ein kurzes Stück und fahren den schöneren Weg am östlichen Hang das Tales. Es zeichnet sich bereits ab, dass die Etappe trotz mehr als 2000 Höhenmetern zu kurz ist und wir sehr früh das Tagesziel erreichen werden. Deshalb werfen wir in Fionnay noch mal den Anker und schlagen bei einer Einkehr etwas Zeit tot. Die letzten 300 Höhenmeter zum Hotel sind dann recht kurzweilig. Immer die Staumauer im Blick nähern wir uns dem Lac de Mauvoisin.

Staumauer des Lac de Mauvoisin
Staumauer des Lac de Mauvoisin

Um kurz nach 15 Uhr erreichen wir das Tagesziel, das Hotel Mauvoisin (1821 m). Viel zu früh. Platt bin ich trotzdem, denn genug Höhenmeter für den ersten Tag waren das auf alle Fälle. Trotzdem lasse ich mich von Thomas überreden, die Zeit sinnvoll zu nutzen und jetzt noch den Stausee zu besichtigen. Obwohl die Staumauer zum Greifen nahe ist, geht es noch einmal quälende 150 hm weiter nach oben. Die letzten Meter durch einen Tunnel, der uns direkt auf der Mauer ausspuckt. Fahrrad abstellen, durchschnaufen und etwas umsehen. Der Wasserstand des Sees ist sehr niedrig und so ist es ein Erlebnis zu beobachten, wie von den Seiten die Wassermengen aus den Bergen schießen und mit Höllenlärm hinunter in den See stürzen. Das Wasser ist unnatürlich milchfarben. Wir schauen noch kurz in die Galerie auf der anderen Seite, ziehen uns wegen der Kälte dort aber schnell wieder nach draußen zurück.

Am Lac de Mauvoisin (1976 m)
Am Lac de Mauvoisin (1976 m)
Blick hinab auf das Hotel Mauvoisin
Blick hinab auf das Hotel Mauvoisin

Zurück am Hotel Mauvoisin dauert es immer noch bis 19 Uhr, bis es endlich Abendessen gibt. Zu frühes Ankommen fordert viel Geduld. Das Hotel ist in Teilen frisch renoviert und wirkt etwas steril. Das wird noch dadurch verstärkt, dass kaum Gäste anwesend sind. Nur wenige haben sich mit uns eingefunden. Dennoch ist es eine absolut empfehlenswerte Adresse, die bei einem normalen Frankenkurs auch bezahlbar ist.

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