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Höhenprofil Tag 3
Höhenprofil Tag 3

Dienstag, 1. September 2020

Tag 3: Zum Gran Paradiso

Rifugio Benevolo - Col Rosset - Col Nivolet - Colle Manteau - Eaux Rousses Streckenbeschreibung

Start: 8:15 Uhr - Stop: 17:30 Uhr - Kilometer: 32 km - Höhenmeter: +1500 hm / -2100 hm - Maximale Höhe: 3023 m 

Rifugio Benevolo (2280 m) am Morgen, kalt
Rifugio Benevolo (2280 m) am Morgen, kalt
Querung oberhalb der Rifugio Benevolo
Querung oberhalb der Rifugio Benevolo

Der Tag startet eiskalt. Die Hütte liegt im Schatten und Rauhreif hat sich auf den Wiesen breit gemacht. Nach unserem Start dauert es noch eine Weile, bis uns die ersten Sonnenstrahlen erreichen. Der Blick ist heute früh durch die klare Luft noch mal besser als gestern Abend. Wir werden heute das Val di Rhêmes durch einen Seitenausgang verlassen und ins parallel verlaufende Valsavarenche wechseln. Der höchste Punkt des Tages wird der Col Rosset (3023 m). Es wird spannend, ob wir wieder auf Schnee treffen werden. Es war gestern zwar sehr sonnig, aber kühl.

Blick zum Gran Combin
Blick zum Gran Combin
Val di Rhêmes von oben, Gran Combin in der Ferne
Val di Rhêmes von oben, Gran Combin in der Ferne
Granta Parey (3387 m)
Granta Parey (3387 m)

Zunächst queren wir eine Bergflanke, um ins richtige Tal für den Aufstieg zu gelangen. Ich hatte über diesen Pfad bei meinen Recherchen nichts gefunden. Er bekommt aber eine uneingeschränkte Empfehlung von mir, wie die gesammte Etappe, die ziemlich perfekt ist. Nachdem wir 100 hm zu Fuß aufgestiegen sind, können wir den Rest der kurzen Querung fahren. Nur die grandiosen Ausblicke zwingen immer mal wieder anzuhalten.

Querung unter der Punta Lavassey (1)
Querung unter der Punta Lavassey (1)
Querung unter der Punta Lavassey (2)
Querung unter der Punta Lavassey (2)
Aufstieg Col Rosset (3023 m)
Aufstieg Col Rosset (3023 m)

Dafür fahren wir von den 700 hm bis zum Col Rosset keinen Meter. Damit habe ich auch nicht gerechnet. Die Frage war eher, wie viel kann man Schieben, bevor das Rad auf dem Buckel landet. Viel ist es nicht. Der Weg ist zwar in ganz gutem Zustand, aber einfach zu steil, um das Rad vernünftig schieben zu können. Besonders die letzen Meter sind fordernd. Dennoch ist der Aufstieg nie richtig fies und am Morgen entspannt zu bewältigen. Auf Schnee treffen wir erstaunlicherweise überhaupt nicht.

Aufstieg Col Rosset (1)
Aufstieg Col Rosset (1)
Aufstieg Col Rosset (2)
Aufstieg Col Rosset (2)

Oben angekommen öffnet sich der Blick in Richtung Col Nivolet und der dortigen Hochebene mit ihren zahlreichen Seen. Ein gigantischer Anblick! Und der weitere Weg geht mittendurch. Zwei Wanderer machen noch ein paar Fotos von uns, um die tolle Szenerie umfassend festzuhalten. Auch der Gran Paradiso (4061 m) lugt schon ein bisschen um die Ecke. Der Berg wird uns in den nächsten Tagen länger begleiten.

Col Rosset (3023 m)
Col Rosset (3023 m)
Col Rosset (3023 m)
Col Rosset (3023 m)
Grand Paradiso lugt um die Ecke
Grand Paradiso lugt um die Ecke
Blick zur Nivolet-Hochebene
Blick zur Nivolet-Hochebene

Kurze Abfahrt vom Col Rosset
Kurze Abfahrt vom Col Rosset
Blick zurück zum Col Rosset
Blick zurück zum Col Rosset
Posing vor dem Grand Paradiso
Posing vor dem Grand Paradiso

Der Abstieg vom Col Rosset (3023 m) nach Osten ist für uns nicht fahrbar, aber nur kurz. Danach führt ein toller Trail über das Plateau an den Seen entlang zur Passstraße des Col Nivolet. Dieser Pass kann zwar mit dem Auto angefahren werden, aber nur von Süden. Die Straße, die von Turin herauf kommt, endet am Pass. Nach Norden gehört der Nivolet den Wanderen und Radfahrern.

Nivolet-Hochebene (1)
Nivolet-Hochebene (1)
Nivolet-Hochebene (2)
Nivolet-Hochebene (2)

Wir stoppen zunächst an der nahegelegenen Rifugio Savoia (2450 m) zum Essen fassen. Dann geht es in der Höhe weiter entlang des tollen Hochtales, das abseits der Straße wieder schön einsam ist. Vor der finalen Abfahrt ins Valsavarenche steht noch ein weiterer Aufstieg an. Eine kurze Schiebepassage bringt uns zunächst eine Etage höher und schlussendlich zum Colle Manteau (2790 m). Meistens kann man fahren. Nach dem anstrengenden Morgen ist es ein schöner entspannter Nachmittag. Der Gran Paradiso ist nun auch allgegenwärtig.

Lago Rosset
Lago Rosset
Mittagspause an der Rifugio Savoia (2450 m)
Mittagspause an der Rifugio Savoia (2450 m)
Nivolet nach Norden
Nivolet nach Norden
Brücke vor dem Grand Paradiso
Brücke vor dem Grand Paradiso

MTB vor dem Grand Paradiso
MTB vor dem Grand Paradiso
Anfahrt Col Manteau (2790 m)
Anfahrt Col Manteau (2790 m)
Biker vor dem Grand Paradiso
Biker vor dem Grand Paradiso
Chillout am Bach
Chillout am Bach

Etwas spannend wird es dann doch noch mal, weil hinter dem Manteau der Weg durch einen Bergrutsch unter einem riesigen Geröllfeld begraben ist. Wir müssen praktisch weglos mit den Rädern über riesige Felsbrocken klettern. Ich bin nicht besonders „amused” und habe ernsthaft Angst um meine Fußgelenke. Ca. 200 m ist das Stück lang.

Blick vom Col Manteau (2790 m) ins Valsavarenche
Blick vom Col Manteau (2790 m) ins Valsavarenche
Übles Schuttfeld am Col Manteau
Übles Schuttfeld am Col Manteau
Holy-Abfahrt ins Valsavarenche (1)
Holy-Abfahrt ins Valsavarenche (1)
Holy-Abfahrt ins Valsavarenche (2)
Holy-Abfahrt ins Valsavarenche (2)

Hotel Paradis in Eau Rousses (1680 m) (1)
Hotel Paradis in Eau Rousses (1680 m) (1)
Hotel Paradis in Eau Rousses (1680 m) (2)
Hotel Paradis in Eau Rousses (1680 m) (2)

Am Lago Djouan (2600 m) ist alles wieder vergessen und theoretisch könnte man in dem flachen See trotz der Kälte der letzten Tage noch Baden. Ich tue es trotzdem nicht, es zieht uns Richtung Tagesziel. Wir haben schon von weitem den Trail gesehen. Der sah lecker aus. Und das ist er auch. Hinter der Alpe Djoaun tauchen wir in den Wald ein und auch dort ist das Spektakel noch nicht zu Ende. Ganz im Gegenteil. Mit wenig Gefälle geht es endlos in langen Kehren bis zum Talgrund (1680 m). Dort stehen wir unmittelbar vor dem Hotel Paradis, der heutigen Übernachtung. Hinter uns liegen 1000 hm feinster Trail. Insgesamt eine wirklich toller Tag! Es hat sich absolut rentiert, den Nivolet mit in die Runde reinzupacken. Und gerade durch den Seiteneinstieg vom Col Rosset war es besonders schön. Leider war es der einzige tolle Tag, denn der Schneeauftakt und das gestrige Bremsenmanöver waren es definitiv nicht. Und die nächsten Tage werden es auch nicht mehr. Jedenfalls genießen wir den schönen Abend, unwissend, dass es der letzte gemeinsame sein wird.

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