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Freitag, 27. August 1999

Tag 2: In die Tuxer Alpen

Vorderriß - Plumsjoch - Aachensee - Jenbach - Innbrücke - Weidener Hütte Streckenbeschreibung

Kilometer: 78,6 km - Höhenmeter: 2300 hm - Schnitt: 12,0 km/hMax: 66 km/h - Fahrzeit: 6½ h

Durch das Rißbachtal
Durch das Rißbachtal

Zweiter Tag, neues Glück. Mit einem guten Frühstück bekommen wir endlich was zu Essen. Es ist noch nass draußen, regnet aber wenigstens nicht. Um 8:30 geht es los. Auf Teer fahren wir durch Hinterriß (der dortige Gasthof Post ist als Übernachtung zu teuer) und weiter durch das Rißbachtal. Beim Aufstieg zum Plumsjoch (1669 m) kommen wir zum ersten Mal richtig ins Schwitzen. Schnell wird das unterschiedliche Leistungsvermögen klar. Felix als Allroundsportler kann mit Alexander gut mithalten und ich falle zurück, wie in den vergangenen Jahren.

Unterhalb des Plumsjochs (Felix und Alex)
Unterhalb des Plumsjochs (Felix und Alex)

Oben Treffen wir uns. Auf der Abfahrt vom Plumsjoch kann ich wieder Boden gut machen. Steile Piste mit groben Geröllbrocken. Endlich hat die Federgabel etwas zu tun. Felix hat schwer zu kämpfen mit seinen schlechten Cantilever-Bremsen. Sie sind wohl das erste, was er vor seiner nächsten Tour auswechseln wird. Doch auch er schafft es.

Ich muss zum zweiten Mal Flicken
Ich muss zum zweiten Mal Flicken

Kurz nachdem die Straße wieder geteert ist, habe ich den nächsten Platten. Das kann doch nicht wahr sein. Wir haben auf zwei Alpenüberquerungen nicht einen einzigen Platten gehabt und jetzt schon den zweiten innerhalb von 24 Stunden. Die Ursache ist der tolle Hinterradmantel, den ich mir in Lenggries gekauft habe. Auf einer Seite kommen die zwei Drähte, die die Karkasse in Form halten, aus dem Gummi heraus. Sie haben offenbar den Schlauch eingequetscht und langsam aufgescheuert. Der Mantel ist sicher schon kaputt gewesen, als ich ihn gekauft habe. Der Riß ist so lange, dass Flicken ausscheidet, deshalb nehme ich den geflickten Schlauch von gestern. Die kaputte Stelle am Mantel überklebe ich großzügig mit Klebeband. Alexander schlägt vor, dass ich mir so schnell wie möglich einen neuen Mantel kaufe. Ich behaupte aber, dass das auch so hält.

Am Achensee entlang müssen wir auf der Autostraße fahren, ebenso auf der steilen Abfahrt ins Inntal nach Jenbach, wo der Tacho alles gibt. Zwischendurch essen wir an einer Pizzeria in Maurach zu Mittag um danach auf dem Radweg am Inn entlang zügig Kilometer zu machen. Es sieht zwar schon den ganzen Tag nach Regen aus, ist aber bis jetzt trocken.

Die folgende 1300 hm lange Auffahrt zur Weidener Hütte (1800 m) ist die längste Auffahrt, die ich bis jetzt erlebe. Die Hälfte davon ist Teer, der Rest Forststraße. Anfangs treffen wir uns noch ab und zu, um die richtige Strecke zu finden, aber nach den letzten Häusern von Innerst setzen sich Alexander und Felix von mir ab. Fast 1 1/2 Stunden fahre ich im ersten Gang alleine vor mich hin. Ich kann zwar sehr langsam fahren ohne umzufallen, muss aber doch ab und zu schieben.

Als ich die Hütte erreiche, ist es 19 Uhr und wird langsam dunkel. Alex und Felix hatten auch eine Pause gemacht und sind nur 15 Minuten vor mir eingetroffen. Zum Glück habe ich Mittags angerufen und eine Unterkunft reserviert. Es ist Freitag und die gemütliche Hütte ist brechend voll, hauptsächlich Wanderer. Es gibt keine Duschen, aber Alexander trägt es mit Fassung, obwohl er Hütten ohne Duschen nicht ausstehen kann. Ich wasche das erste Mal meine Bikeklamotten.

Das Essen ist gut und wir unterhalten uns mit zwei Mädels, die eine Hüttenwanderung in den Tuxer Alpen machen. Nach dem verkorksten Abend von gestern, genießen wir heute unsere Weizen. Nach der anstrengenden Auffahrt und den Bieren schlafen wir ausgezeichnet.

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