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Höhenprofil

Montag, 4. Juli 2005

Tag 3: Von der Geislergruppe zur Seiser Alm

Maurer Berghütte - Würzjoch - Göma - Kreuzkofeljoch - Schlüterhütte - Gschnargenhardtwiese - Brogles Alm - Saltner Schweige - St. Ulrich - Seiser Alm Streckenbeschreibung

Start: 7:45 Uhr - Stop: 18:00 Uhr - Kilometer: 55 km - Höhenmeter: +2125 hm / -2475 hm - Maximale Höhe: 2340 m (Kreuzkofeljoch) - Schnitt: 8,6 km/h - Max: 54 km/h - Fahrzeit: 6:45 h

Frühstück in der Maurer Berghütte
Frühstück in der Maurer Berghütte
Maurer Berghütte (2130 m)
Maurer Berghütte (2130 m)
Peitlerkofel am Morgen
Peitlerkofel am Morgen

Der Morgen empfängt uns mit Nebelsuppe. Der Peitlerkofel lässt sich nur noch erahnen. Dennoch lukt ab und zu die Sonne durch die Wolken. Wir haben wieder ein ordentliches Programm vor uns und können Regen kaum gebrauchen. Landschaftlich erwartet uns heute die Königsetappe und ich fänd es wirklich gut, wenn sich der Nebel verziehen würde. Wir starten gemeinsam mit der anderen Gruppe hinunter in Richtung Straße, lassen sie aber auf dem Weg zum Würzjoch (1987 m) bald hinter uns. Kurz hinter dem Joch beginnt ein toller aber einfacher Trail, der uns direkt unterhalb der Felsabstürze des Peitlerkofels an das Ostende der Geislergruppe bringt. Ein kurzes Schiebestück und wir erreichen Göma (2111 m), wo sich der Blick weit nach Süden hin öffnet. Ein Mix aus dichten Wolken und einzelnen Sonnenstrahlen zieht über die Berggipfel. Wir trailen weiter und passieren den Peitlerkofel auf der unscheinbaren Südseite in Richtung Westen. An der Potzes Alm ist der Weg zu Ende und erneut Schieben angesagt. Der Nebel nimmt zu. Wir Schieben etwa 20 Minuten bis kurz vor dem Kreuzkofeljoch wieder Fahren möglich ist. In Richtung Westen lichten sich zum Glück die Wolken.

Trail unterhalb des Peitlerkofel
Trail unterhalb des Peitlerkofel
Am Kreuzkofeljoch (2340 m)
Am Kreuzkofeljoch (2340 m)
Schlüterhütte (2297 m)
Schlüterhütte (2297 m)

Zu unseren Füßen sehen wir nun die gut aussehende Schlüterhütte, die eine wahrlich imposante Lage zu bieten hat. Sie thront hoch oben am Ende des Villnöß-Tals auf einem kleinen Felsplateau und bietet einen Blick bis sonstwohin. Rechts liegt der Aferer Geisler, links die Kette der Geislerspitzen. In der Ferne erkennen wir die Gschnargenhardt- und die Broglesalm, an denen wir heute noch vorbeikommen werden. Obwohl die Hütte sehr einladend wirkt, passt eine Pause nicht gut ins Tagesprogramm und wir fahren weiter. Es geht tief hinunter. Auf dem steilen Zufahrtsweg rauschen die Höhenmeter nur so an uns vorbei. Wir müssen aber aufpassen, da außer uns ziemlich viele Wanderer in dieser Ecke unterwegs sind. Der Blick nach hinten zeigt noch einmal die Hütte, die wie ein Adlerhorst am Fels zu kleben scheint.

Den Abzweig zum verblockten Adolf-Munkel-Weg, der sich am Rande der Schuttreisen der Geislergruppe entlangzieht, lassen wir links liegen und steuern weiter bergab in Richtung Zanser Alm (1685 m). Von der Alm sehe ich zwar nichts, dafür stehen wir mitten auf einem riesigen Parkplatz, randvoll mit Autos. Hinter dem Parkplatz entdecken wir einen schmalen Trail, der auf der linken Seite in den Wald führt. Da er sehr gut aussieht, verlassen wir den Hauptweg und versuchen unser Glück. Der Weg ist eine gute Wahl. Er ist komplett fahrbahr und erspart uns einige Höhenmeter, die wir sonst wieder hinauf gemusst hätten. So treffen wir etwas weiter oben auf die Forstpiste, die uns noch weitere 300 m hinauf führt bis zur Gschnargenhartalm (1996 m). Der Adolf-Munkel-Weg hätte zwar eine Menge Höhenmeter erspart, ist aber nach Information von Elmar kaum fahrbar.

Alte Gschnargenhardt Alm
Alte Gschnargenhardt Alm
Neue Gschnargenhardt Alm (1996 m)
Neue Gschnargenhardt Alm (1996 m)

Leichte Schwäche macht sich bei mir breit, während sich die Forstpiste immer mehr in die Länge zieht. Es ist immer das Gleiche: Je weniger Höhenmeter man zu fahren hat, umso länger kommt es einem vor. Dann lichtet sich der Wald und die urig bayrisch wirkende alte Gschnargenhartalm erscheint vor uns, im Vergleich zu 1997 mit deutlich weniger Nebel. Hoch über uns ragt die Geislergruppe in den Himmel. Zum Pause machen bin ich immer noch nicht bereit. Zu ungewiss ist die Strecke, die noch vor uns liegt. So füllen wir die Flaschen auf und steigen wieder auf die Räder. Es geht um eine Wiesenkuppe herum. Und Wir haben noch nicht den richtigen Gang gefunden, schon blockiert die Neuen Gschnargenhardtalm unseren Weg. Das ist nun ein Zeichen: Wir halten an und futtern ein kleines Süppchen, das uns Kraft für die nächsten Stunden geben soll.

Raschötzhöhenweg mit den Geislerspitzen
Raschötzhöhenweg mit den Geislerspitzen

Nach der Pause landen wir doch auf dem Adolf-Munkel-Weg und dürfen eine Kostprobe seiner Schiebepassagen nehmen. Es gibt aber auch ein paar nette fahrbare Abschnitte. Vor der Brogles Alm geht es steil hinauf über große Steinplatten. An das Stück errinnere ich mich noch gut von damals. Heute ist hier echt der Teufel los. Noch ein Schlussanstieg und wir sind endlich am Brogles Sattel. Der anschließende Raschötz-Höhenweg ist ein Muss und bietet endlose Ausblicke in Richtung Seiser-Alm. Wie auf einer Spielzeugeisenbahn können wir unsere weiteren Stationen in Augenschein nehmen. Um Zeit und Kraft zu sparen, holpern wir nicht den Trail 3 ins Tal, sondern gemütlich den Versorgungsweg, der ab der Seilbahnstation Saltner-Schweige nach St. Ulrich (1200 m) hinunter führt. Mir kommt es ganz gelegen, dass ich meine Bremsen etwas schonen kann, denn die Beläge sind schon arg dünne.

Seiser Alm mit verhangenem Platt- und Langkofel
Seiser Alm mit verhangenem Platt- und Langkofel

Wohlige Wärme und touristisches Treiben empfängt uns im Tal. Ich will nun endlich eine Telefonkarte ergattern, um die Familie anzurufen. Da die Läden Mittagspause machen, überbrücken wir die Zeit in einem Café. Danach gelingt es mir tatsächlich einen Telefonkontakt herzustellen, obwohl ich mit der Zelle meinen lieben Kampf habe. Vielleicht sollte ich nächstes Mal einfach meine Mobildingensaversion ablegen und so ein Teil mit auf Tour nehmen.

Almgasthof Tirler ...
Almgasthof Tirler ...
... und unsere Suite
... und unsere Suite

Wir lassen das Gewimmel in St. Ulrich (1200 m) hinter uns und beginnen mit dem Aufstieg auf die Seiser Alm. Dieses Jahr nicht durchs Jendertal, sondern über Pu(h)fels (1450 m). Erster Gang, Anschlag, gerade so fahrbar. Die Sonne scheint nun auch ziemlich heftig. Als sich bei Monte Piz die Alm vor uns öffnet, sind wir beide ziemlich fertig. Wir könnten auch hier übernachten, aber ich kann Alexander gerade noch zur Weiterfahrt animieren. Doch als wir die Teerstraße (ca. 1900 m) erreichen, ist Schluss. Meine geplante Route über Weg 7 zum Haus Dialer wird konsequent abgeschmettert. Ich gebe zu, es wäre noch ein ordentlicher Weg gewesen, aber ein Mensch ist zu vielem instande, wenn er muss ... Ich will ja nicht irgendwo einkehren, die Seiser Alm ist schließlich die touristische Melkkuh. Aus einem anderen Tourbericht habe ich aber noch den Almgasthof Tirler im Ohr, den ich als Tagesziel tatsächlich überzeugend durchdrücken kann. Also rollen wir die Straße hinunter nach Saltria (1718 m) und vernichten sinnlos 200 hm. Der Almgasthof ist dann aber schnell erreicht und sieht sehr einladend aus. Wir bekommen einen guten Preis von 38 € für die HP und werden in einem kleinen „Nebengebäude” untergebracht, der Suite. Der Gasthof ist sehr urig gestaltet, obwohl das Gebäude nicht besonders alt erscheint. Mir gefällt es supergut. Nach dem bisher anstrengensten Tag ein schöner Abschluss.

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