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Höhenprofil

Dienstag, 14. Juli 2009

Tag 2: Der Surenenpass

Sisikon - Flüelen - Seedorf - Distleren Alp - Grat - Angistock - Surenenpass - Engelberg Streckenbeschreibung

Start: 9:00 Uhr - Stop: 18:30 Uhr - Kilometer: 40 km - Höhenmeter: +1925 hm / -1375 hm - Maximale Höhe: 2220 m - Schnitt: 7,4 km/h - Max: 54 km/h - Fahrzeit: ca. 5:30 h - Temperatur: 19 - 38 C°

Übernachtung in Sisikon
Übernachtung in Sisikon
Südufer des Vierwaldstätter Sees
Südufer des Vierwaldstätter Sees
Fahrt am Vierwaldstätter See
Fahrt am Vierwaldstätter See

Die Qualität der Übernachtung war durchschnittlich. Besonders die Straße hat mich sehr gestört. Schade, denn in Flüelen, das wir nach wenigen Kilometern erreichen, passieren wir das ganz passabel wirkende Hotel Tourist, das eigentlich angedachte Ziel von gestern. Weit war es nicht mehr ... Auf einem kurzen Stück Radweg überqueren wir die Reuss, einen Zufluss des Vierwaldstätter Sees und gelangen nach Seedorf (452 m). Hier muss ich erst mal meine Wunden lecken und mich darum kümmern, dass ich gestern Abend das Firmenhandy nicht mehr auffinden konnte. Telefonkarte kaufen, Telefonzelle suchen, Firma anrufen, kleinlaut werden, Telefon sperren lassen, die totale Spaßbremse.

Vierwaldstätter See, Reuss und Flüelen
Vierwaldstätter See, Reuss und Flüelen
Blick auf Vierwaldstätter See
Blick auf Vierwaldstätter See
Im Gitschtal, links der Grat
Im Gitschtal, links der Grat

Der Morgendunst hat sich verzogen und die Sonne scheint uns auf den Pelz. Mit frischer Verpflegung kann es weiter gehen. Das Tagesprogramm heute: Surenenpass. Nur ein Pass? Das klingt nach einem entspannten Tag. Allerdings sind wir vorgewarnt, dass der Surenenpass ein zäher Brocken ist. Es gibt mehrere "Auffahrten" dort hinauf. Von Attingshausen über das Brüsti (wo es Seilbahnunterstützung gäbe) oder unsere Variante durch das Gitschtal. Also lassen wir den Vierwaldstätter See unter uns und fahren ein kleines fieses Sträßchen hinauf. Hier kann man sich schon ordentlich verausgaben. Der Wald bietet bis zur Baumgrenze ein bisschen Schatten vor der nun drückenderen Sonne. Auf ca. 1250 m endet der Asphalt. Fahren können wir noch bis zu einer kleinen Alm, an der wir noch mal Wasser fassen. Dann schieben wir die Schotterrampe zur Distleren Alp (1526 m) hinauf.

Alm im Gitschtal
Alm im Gitschtal
Ankunft an der Distleren Alm
Ankunft an der Distleren Alm
Hinter der Distleren Alm, rechts hinauf geht es zum Grat (1810 m)
Hinter der Distleren Alm, rechts hinauf geht es zum Grat (1810 m)

An der Alm machen wir Mittagspause, plündern den Inhalt des Rucksacks und unterhalten uns ein wenig mit den recht jungen Hüttenbewohnern. Von meinem Plan, den direkten Aufstieg zum Grat zu meiden und den langen Weg außen herum zu gehen, raten sie ab: "Da kann man nicht fahren." Ich denke, dieser Rat war sinnvoll, denn das wäre auch sehr weit gewesen. Also doch der direkte Aufstieg. Für knapp 300 hm wird das Rad zum zusätzlichen Gepäckstück, denn der Pfad ist sehr schmal und das Gestrüpp steht zu dicht, als dass man gescheit Schieben könnte.

Mühsamer Aufstieg zum Grat (1810 m)
Mühsamer Aufstieg zum Grat (1810 m)
Chli Laucheren (1810 m)
Chli Laucheren (1810 m)
Erster Blick zum Surenenpass (2291 m)
Erster Blick zum Surenenpass (2291 m)
Schieben mit unfreiwilliger Dusche
Schieben mit unfreiwilliger Dusche

Normale Alpencross-Übergänge sind spätestens nach diesem Tragestück geschafft. Nicht so der Surenenpass, hier geht es nun richtig los. Nach ein paar Kurven, die man sogar teilweise fahren kann, können wir einen ersten Blick auf den Pass werfen. Noch ganz schön weit. Zahlreiche Schneefelder sind auf dem weiteren Weg sichtbar. Ab dem Angistock (2070 m) befinden wir uns nur noch neben dem Rad, oder auch darunter. Schiebestücke wechseln sich ab mit steilen Tragepassagen durchs Geröll. Besonders die Altschneefelder kosten sehr viel Kraft. Es hätte auch einen Pfad weiter rechts am Hang gegeben mit weniger Schnee. Diesen sehen wir aber erst von oben. Jeder kämpft sich einzeln vorwärts, so gut es eben geht. Das letzte Stück ist wie so häufig das steilste.

Aufstieg zum Surenenpass (1)
Aufstieg zum Surenenpass (1)
Aufstieg zum Surenenpass (2)
Aufstieg zum Surenenpass (2)
Aufstieg zum Surenenpass (3)
Aufstieg zum Surenenpass (3)
Aufstieg zum Surenenpass (4)
Aufstieg zum Surenenpass (4)

Ankunft am Surenenpass (2291 m)
Ankunft am Surenenpass (2291 m)
Abfahrt von Surenenpass (2)
Abfahrt von Surenenpass (2)
Surenenpass (2291 m)
Surenenpass (2291 m)

Aber jeder Pass ist einmal zu Ende, so auch dieser. Die Kräfte sind zwar aufgebraucht, dennoch erfüllt es mit einigem Stolz, den Surenenpass bezwungen zu haben. Und das Panorama in Richtung Engelberg ist traumhaft. Stahlblauer Himmel senkt sich über die schneebedeckten Gipfel. Bis auf einen weiteren einsamen Biker sind wir für uns alleine. Eigentlich viel zu Schade, um weiter zu fahren. Aber es ist schon wieder später Nachmittag. Nach der gestrigen langen Etappe abermals ein sehr anstrengender Tag. Ich wusste vorher zwar nicht, wie die Abfahrt werden würde, ob wir überhaupt werden fahren können, aber es ist alles bestens. Ein traumhafter Trail führt vom Pass hinab und entschädigt für viele Mühen. Er wird allerdings bald zur kleinen Piste. Diese muss man bei Stalden (1630 m) verlassen, dort führt ein kurzes Schiebestück in den Talgrund zur Stäfeli-Seilbahn. Gemütlich Rollen wir von dort die letzten Kilometer in der Abendsonne in Richtung Engelberg (1004 m).

Abfahrt von Surenenpass (1)
Abfahrt von Surenenpass (1)
Abfahrt von Surenenpass (3)
Abfahrt von Surenenpass (3)
Abfahrt von Surenenpass (4)
Abfahrt von Surenenpass (4)
Abfahrt von Surenenpass (5)
Abfahrt von Surenenpass (5)

Bellevue-Terminus in Engelberg (1004 m), verblichener Charme
Bellevue-Terminus in Engelberg (1004 m), verblichener Charme
Zimmer im Bellevue-Terminus in Engelberg (1004 m)
Zimmer im Bellevue-Terminus in Engelberg (1004 m)

Ziel für heute ist das Hotel Bellevue-Terminus gegenüber des Bahnhofs. Beim ersten Anblick des alten Grand Hotels staunt man etwas, aber es hat die besten Zeiten hinter sich und ist wegen des verblichenen Charmes keineswegs teuer. Es wirkt zwar abgewohnt, strahlt aber immer noch etwas vom Glanz der alten Zeiten aus. Die Waschmaschine sorgt für frischen Duft in den Bikeklamotten. Eine empfehlenswerte Adresse. Im angeschlossenen Restaurant, das mit seinem modernen Interieur im krassen Gegensatz zum Hotel steht, kann man lecker mexikanisch Essen. Ein absolutes Novum für mich während einer Radltour.

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