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Höhenprofil Tag 5
Höhenprofil Tag 5

Dienstag, 21. August 2018

Tag 5: Länderwechsel

Hermagorer Bodenalm - Farchtensee - Windische Höhe - Nötsch - Arnoldstein - Dreiländereck - Kranjska Gora Streckenbeschreibung

Start: 09:15 Uhr - Stop: 17:00 Uhr - Kilometer: 70 km - Höhenmeter: +1500 hm / -1900 hm - Maximale Höhe: 1500 m - Schnitt: 13,1 km/h - Max: 54 km/h - Fahrzeit: 5:15 h

Abreise von der Hemagorer Bodenalm (1251 m)
Abreise von der Hemagorer Bodenalm (1251 m)

Wir beenden den großartigen Aufenthalt an der Bodenalm und beginnen die zweite Übergangsetappe in Folge. Der heutige Tag bringt uns nach Slowenien und damit wieder zu richtig hohen Bergen. Da wir den geplanten Track gestern verlassen haben, hat Arndt mit Hilfe von Komoot eine Route bis Arnoldstein auspucken lassen, die lange in der Höhe bleibt und dem Radweg im riesigen Gailtal fern bleibt. Wir hätten das anhand der Karte auch selbst machen können, aber wegen der vielzahl der möglichen Wege bleibt dann die Qual der Wahl.

Farchtensee (985 m)
Farchtensee (985 m)

Erst mal intuitiv auf Schotter nach Osten bergab und dann auf einem kleinen verkehrsarmen Asphaltsträßchen am Farchtensee vorbei weiter hinunter bis zur Passstraße, die zur Windischen Höhe (1110 m) führt. Diese Straße verbindet das nördliche Drautal mit dem südlichen Gailtal. Auch hier ist nicht allzu viel los und wir haben die 250 hm bis zur Passhöhe die Bergwelt meistens für uns alleine. Auch wenn die Landschaft an diesem Morgen keine besonderen Höhepunkte bietet, bin ich sehr froh, dass wir nicht unten im Tal auf dem Radweg fahren müssen.

Überraschender Trail bei Nötsch (569 m)
Überraschender Trail bei Nötsch (569 m)

Ab der Windischen Höhe (1110 m) geht es auf versteckten Waldwegen weiter, nun tendenziell bergab. Selbst kürzere, durchaus überraschende Trailstücke hat uns Komoot beschert, bis wir bei Nötsch (554 m) den Talgrund erreichen und uns an einem Supermarkt für den restlichen Tag eindecken. Nun sind wir dann doch auf dem Radweg, bis Arnoldstein sind aber nur noch ein paar Kilometer.

Arnoldstein selbst enttäuscht mich sehr, das ist keine schöne Stadt. Vielleicht liegt es daran, dass um die Mittagszeit alles ausgestorben ist, aber es herrscht ziemliche Tristesse. Einen ausgewiesenen Ortskern kann ich auch nicht ausmachen und mitten durch den Ort zieht sich kerzengerade die Bundesstraße. Den interessanteren Blick bietet die Steilwand des Dobratsch (2166 m), der das Gailtal im Norden unüberwindbar abschließt. Südlich erhebt sich dagegen ein ganz besonderer Hügel, den wir auch gleich erklimmen dürfen. Dort befindet sich am höchsten Punkt das Dreiländereck (1508 m), das Aufeinandertreffen von Österreich, Italien und Slowenien. Man könnte auch etwas einfacher nach Slowenien gelangen, aber dieser markante Punkt ist Pflicht.

Blick nach Westen ins Gailtal mit Spitzegelgruppe (2119 m)
Blick nach Westen ins Gailtal mit Spitzegelgruppe (2119 m)
Arnoldstein mit Dobratsch (2166 m)
Arnoldstein mit Dobratsch (2166 m)

Gleich die ersten Meter aus Arnoldstein (564 m) heraus sind der Hammer. Auf Asphalt führt ein Fuß- und Radweg durch ein Wäldchen quasi unfahrbar steil nach Seltschach (701 m) hinauf. Der Schock hält aber zum Glück nur kurz, denn die folgende Schotterpiste ist wieder vernünftig zu fahren. Bis ganz oben immerhin knapp 800 hm, zieht sich unser Zweierfeld wieder schön außeinander. Der kurzen Versuchung, den Gipfel auszulassen, können wir widerstehen, aber die letzten 100 hm haben es noch mal in sich. Weil der Hauptweg Richtung Bergrestaurant gesperrt ist, kraxeln wir über einen steilen zugewachsenen Hang fast weglos zur Skipiste knapp unter dem Gipfel. Dies ist nun auch Teil des Tracks, man muss das aber nicht so nachmachen. Besser einen Schlenker nach Osten und von dort hinauf.

Ankunft am Dreiländereck
Ankunft am Dreiländereck
Dreiländereck (1508 m)
Dreiländereck (1508 m)

Es lohnt sich! Der Ausblick am Dreiländereck (1508 m) ist ein grandioses 360°-Panorama: Der gewaltige Dobratsch im Norden, im Osten die letzten flachen Ausläufer der Alpen, im Süden die Julischen Alpen mit dem Triglav-Nationalpark, im Westen der Karnische Hauptkamm, Grenze zwischen Österreich und Italien. Nach sehr vielen Fotos brechen wir auf und hoppeln durch den Wald ein Stück hinunter nach Italien, bis uns eine Piste empfängt. Dieser darf man nicht intuitiv bergab folgen, sonst landet man in einem falschen Tal und findet sich weit im Westen wieder. Ein kleiner Zwischenanstieg führt auf die richtige Route und spuckt uns nach einer schönen Abfahrt im slowenischen Rateče (865 m) wieder aus. Noch ein kurzes Stück Radweg und wir ereichen Kransjka Gora (810 m). Eine schöne Abfahrt.

Blick vom Dreiländereck (1508 m) nach Süden
Blick vom Dreiländereck (1508 m) nach Süden
Abfahrt durch Italien nach Slowenien
Abfahrt durch Italien nach Slowenien

Ich bin geradezu ergriffen von meinen ersten Radlkilometern in Slowenien, als ob wir sonst wo unterwegs wären. Mit dem Auto habe ich das Land schon durchquert, aber das erste Mal mit dem Rad ein Land zu befahren ist noch mal was Anderes. Und es ist schön hier. Kransjka Gora (810 m) ist ein nettes kleines Alpenstädtchen, sehr touristisch aber doch ganz einladend. Zusammen mit den sommerlichen Temperaturen fühle ich mich wie am Mittelmeer. Man könnte hier jedenfalls sehr gut einen Alpencross beenden, die Atmosphäre passt.

Abendliche Stimmung in Kranjska Gora
Abendliche Stimmung in Kranjska Gora

Leider haben wir noch keine Übernachtung. Das geplante Hotel Miklic hat nur noch ein 160cm Bett. So weit geht das Kuschelbedürfnis nicht, trotz der romantischen Bettwäsche bei der letzten Übernachtung. Wir fahren noch ein bisschen orientierungslos umher. Um Arndt nicht weiter mit meiner Unentschlossenheit zu quälen, nehmen wir schlussendlich das Hotel Alpina hinter dem Miklic. Ein äußerlich unattraktiver Riesenkasten. Das Hotel ist modern und ordentlich geführt, aber auch etwas steril und wenig gemütlich. Stört aber nicht, zum Abendessen gehen wir sowieso wieder in den Ort. Damit enden zwei Tage Kärnten, auf denen wir viel Strecke gemacht haben, die aber nicht uninteressant waren.

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