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Höhenprofil Tag 7
Höhenprofil Tag 7

Donnerstag, 23. August 2018

Tag 7: Grenzkamm

Tolmin - Kambreško - Peternel - Dobrova - Šmartno Streckenbeschreibung

Start: 09:30 Uhr - Stop: 16:00 Uhr - Kilometer: 54 km - Höhenmeter: +1500 hm / -1400 hm - Maximale Höhe: 950 m - Schnitt: 12,1 km/h - Max: 58 km/h - Fahrzeit: 4:30 h

Blick ins Tolminer Becken beim Aufstieg zum Grenzkamm
Blick ins Tolminer Becken beim Aufstieg zum Grenzkamm
Wasserstelle bei der Auffahrt zum Grenzkamm
Wasserstelle bei der Auffahrt zum Grenzkamm

Die Nacht war gut, obwohl ziemlich warm, und das Lager unterm Dach mit 6 Leuten angenehm gefüllt. Aber man kommt ins Gespräch und erfährt interessante Geschichten. Zum Beispiel, dass das Wetter ab Samstag wirklich übelst werden wird. Da wird es spannend, ob wir vorher das Tourziel erreichen können.

Aus den Bergen sind wir im Prinzip schon raus, aber auch im Hügelland lassen sich ordentlich Höhenmeter machen, wenn man nicht einfach auf der Straße durchs Soča-Tal dahin rollt. Wir folgen nämlich dem italienisch-slovenischem Grenzkamm, den wir erst mal erreichen müssen. Direkt nach dem Frühstück geht es deshalb aus Tolmin (200 m) 800 hm am Stück nach oben. Das ist mehr als das halbe Tagesprogramm. Dabei bieten sich tolle Blicke in das Tolminer Becken. Die Straße liegt allerdings voll in der Sonne und der Wasserbedarf ist enorm. Doch kein Problem, wie bestellt gibt es auf halber Höhe einen Brunnen. Die Wasserbeschaffung funktioniert ohnehin erstaunlich gut. Ich habe neben meiner Literflasche am Rad nur noch eine kleine Notreservere am Rucksack. Brunnen sind in Slovienen zwar selten, aber in Kombination mit kleinen Supermärkten muss man nicht mehrere Liter durch die Gegend schleppen.

Blick über den Slovenisch-Italienischen Grenzkamm
Blick über den Slovenisch-Italienischen Grenzkamm

Oben angekommen haben wir einen Blick weit nach Westen in Richtung Italien und natürlich auch nach Osten über das nun flachere Soča-Tal hinweg. Durch die vielen kleinen Hügel und Ketten fällt die Orientierung aber etwas schwer, es fehlen markante Punkte. Die Kammstraße verläuft sehr hübsch mal leicht abwärts oder aufwärts durch schattenspendende Wäldchen und kleine Häuseransammlungen. In Kambreško (515 m) ist der nächste Brunnen, dort machen wir Frühstückspause. Dann geht es weiter auf dem Kamm, teils Straße, teils offroad, selbst Trailstücke sind dabei. Es geht von Hügel zu Hügel, auf denen sich manchmal ein paar Häuser versammeln, manchmal aber auch nur eine kleine Kirche steht. Die Gegend erinnert mich stark an die Toskana.

Bei Lig: Cerkev Marijino Celje (Church of the Virgin Mary Celje) (670 m)
Bei Lig: Cerkev Marijino Celje (Church of the Virgin Mary Celje) (670 m)
Blick Richtung Adria
Blick Richtung Adria
Kirchlein bei Vrhovlje pri Kožbani
Kirchlein bei Vrhovlje pri Kožbani
Vrhovlje pri Kožbani (420 m)
Vrhovlje pri Kožbani (420 m)

Späte Mittagspause in Peternel (105 m)
Späte Mittagspause in Peternel (105 m)
Slovenische Hügeldörfer, mittig: Šmartno (250 m)
Slovenische Hügeldörfer, mittig: Šmartno (250 m)

In Peternel (105 m) erreichen wir am frühen Nachmittag ein abgelegenes Restaurant. Mangels Supermarkt ist dies die einzige Möglichkeit auf der heutigen Strecke zu einem ordentlichen Essen zu kommen. Während die Einheimischen drinnen sitzen und sich von der Klimaanlage frosten lassen, nehmen wir mit unseren verschwitzten Sachen ein schattiges Plätzchen im Freien ein. Das heutige Ziel nicht ist nicht mehr weit und wir haben reichlich Zeit.

Hisa Marica in Šmartno (250 m)
Hisa Marica in Šmartno (250 m)
Slovenische Bar in Šmartno (250 m)
Slovenische Bar in Šmartno (250 m)

Das Restprogramm ist wirklich nur noch ein Katzensprung. Über Feldwege gelangen wir nach Dobrovo, dann noch ein Stück Straße und wir erreichen Šmartno (250 m). Dabei schwenken wir bereits scharf nach Osten, damit wir nicht auf italienisches Gebiet gelangen. Der kleine Westzipfel von Slowenien, den wir gerade queren, heißt bezeichnenderweise Brda, zu deutsch: Hügel. Und davon gibt es reichlich viele. Und oben drauf die vielen kleinen Orte. So auch Šmartno, eine wahre Perle. Umgeben von einer Dorfmauer, befinden sich im Innern neben einer gewaltigen Kirche nur noch etwa ein Dutzend Häuser. Mehr Platz ist nicht. Viel alte Bausubstanz, mit EU-Fördermitteln schön zurechtgemacht.

Unsere Bleibe im Hiša Marica ist eine komplette alte Fachwerkhauszeile, die sehr ansprechend hergerichtet ist. Mir gefällt's. Und da es heute mal richtig früh ist, lassen wir es uns in der Dorfbar mit leckerem slovenischen Radler gut gehen, bevor wir den reservierten Tisch zum Abendessen im Hotel einnehmen. Die Speisekarte ist etwas irritierend. Es gibt eigentlich nur drei Menüs. Und keines davon folgt dem günstigen slovenischen Preisniveau. Das hätten wir an der Bar bekommen, wo es zahlreiche regionale Gerichte gegeben hätte. Das Essen am Hiša Marica ist zwar sehr gut, aber trotz (oder wegen) des Preisniveaus nicht sonderlich viel.

Šmartno-Panorama
Šmartno-Panorama

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