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Höhenprofil

Freitag, 14. Juli 2006

Tag 3: Zurück nach Östereich

Ahrntal - Ochsenlenke - Knuttenalm - Klammljoch - Patscher Hütte Streckenbeschreibung

Start: 9:00 Uhr - Stop: 16:30 Uhr - Kilometer: 36 km - Höhenmeter: +1725 hm / -1300 hm - Maximale Höhe: 2525 m - Schnitt: 7,0 km/h - Fahrzeit: 5:05 h - Temperatur: 16 - 32 C°

Haus Waldesruh in St. Peter in Ahrn (1366 m)
Haus Waldesruh in St. Peter in Ahrn (1366 m)
Auffahrt zur Hasentalalm
Auffahrt zur Hasentalalm

Das Wetter ist immer noch top. Nach dem langen Tag von gestern starten wir aber etwas später. Nach einem kurzen Stück Straße das Ahrntal (1366 m) hinauf, biegen wir auf die Schotterpiste zur Hasentalalm ab. Ein Einheimischer bestätigt uns, dass wir richtig sind. Wir sind froh, dass noch ein wenig Schatten verblieben ist, denn die Sonne gibt bereits alles. Ich gebe ebenfalls alles und schiebe gelegentlich ein paar Meter. Im Rücken haben wir immer wieder den Blick auf das gestrige Hundskehljoch. Nachdem wir die steile Rampe und die Bäume hinter uns gelassen haben, öffnet sich ein großer Talkessel vor uns. Rechts der Blick auf die Weiße Wand (die ich nicht unbedingt mit dem Rad erklimmen will) und links die Ochsenlenke. Die letzen Meter zur Hasentalalm (2145 m) sind angenehm flach. Sie ist aber nicht bewirtschaftet.

Hasentalalm (2145 m)
Hasentalalm (2145 m)
Auffahrt zur Ochsenlenke
Auffahrt zur Ochsenlenke

Kurz darauf wird der Weg zu einem wiesenbewachsenen Karrenweg, der sich in vielen Serpentinen gemächlich in die Höhe zieht. Man kann sehr viel davon fahren, vielleicht sogar alles, wenn man nicht auf dem unteren Schotterweg schon alles verschossen hat. Der Aufstieg ist wunderbar. Die Einsamkeit zieht uns in ihrem Bann und lässt die vielen Höhenmeter fast vergessen. Schließlich erreichen wir die Ochsenlenke (2614 m), wo wir das erste Mal auf ein paar Wanderer treffen. Trotz brennender Sonne ist es frisch. Wir sind auch ein ganzes Stück höher als gestern am Hauptkamm.

Kurz hinter der Ochsenlenke (2614 m)
Kurz hinter der Ochsenlenke (2614 m)
Abfahrt von der Ochsenlenke mit Blick ins Knuttental
Abfahrt von der Ochsenlenke mit Blick ins Knuttental

Im Osten haben wir einen guten Blick auf das Klammljoch und die dorthinführende Piste. Schade, dass wir noch einmal ein ganzes Stück weiter runter müssen. Das ermöglicht uns aber einen Abstecher zur Knuttenalm (1911 m), wo es was zu spachteln gibt. Die Abfahrt führt über einen ebenso verfallenen Karrenweg, wie die Auffahrt, sie ist aber ein ganzes Stück steiler. Ein echtes Highlight. In der anderen Richtung wäre sicher viel zu schieben. Als wir nach 700 hm die Piste erreichen, müssen wir noch ein ganzes Stück weiter runter bis zur Alm. In der Karte sah es nur nach wenigen Metern aus. Aber ohne Essen geht es halt nicht.

Knuttenalem (1911 m)
Knuttenalem (1911 m)

Die Knuttenalm ist hoffnungslos überlaufen. Zahlreiche Wanderer im Umkreis haben das schon erwarten lassen. Diese kommen alle aus dem Reintal herauf. Mir unverständlich, dass es hier keine Übernachtungen gibt. Wir ergattern in einer Ecke so ziemlich das einzige Fleckchen Schatten und richten uns häuslich ein. Trotz der gerade erklommenen Wand hat der Tag gegenüber gestern etwas Entspannendes. Es treibt uns keine Eile. Die Schotterpiste zum Klammljoch (2298 m) motiviert aber auch nicht zum Weiterfahren.

Aufbruch. Zunächst begleiten uns noch ein paar Wanderer, aber es werden immer weniger. Nur die Sonne zieht erbarmungslos weiter ihre Bahnen um uns. Kurz vor dem Joch gibt es endlich ein paar Wolken, göttlich. Das Joch selbst, total unspektakulär, uninteressant. Die weiterlaufende Piste ist auch nix besonderes. Das Interessanteste ist noch die Tatsache, dass wir nun wieder in Österreich (Osttirol) landen, obwohl wir bereits in Italien waren.

Im Arvental
Im Arvental

So mein erster Eindruck, bis sich nach einigen Metern der volle Blick in Arvental (Affental) öffnet. Ein absolutes Traumtal. Wirklich. Absolute Einsamkeit, trotz der autobahnartigen Schotterpiste. Wir rollen fasziniert das Tal hinunter, vorbei an einer verlassenen Siedlung, die ein bisschen wie das Ende der Welt wirkt. Dann kommen einige sinnlose Gegenanstiege, die nerven aber aber schnell vorbei sind. Ab der Oberhausalm sammelt sich wieder die Zivilisation und nach noch ein paar Metern erblicken wir die Patscher Hütte (1675 m). Eigentlich nur eine Position auf der Karte bei unserem weiteren Weg zur anvisierten Oberseehütte am Staller Sattel. Aber diese Hütte macht auf uns einen so tollen und schönen Eindruck, dass ich trotz der frühen Uhrzeit unmöglich weiterfahren kann. Alexander ist sofort einverstanden und so quartieren wir uns ein. Man merkt direkt, dass wir wieder in Österreich sind. Auch sehr freundlich und gastfreundlich, aber auf eine andere Weise als in Südtirol.

Patscher Hütte (1911 m)
Patscher Hütte (1911 m)

Ich nutze die Zeit für eine Komplettwäsche, nachdem ich an den beiden Vortagen nur das Nötigste ausgewaschen habe. Anschließend bleibt noch Zeit für ein Bierchen auf der Terasse. Dabei wird es aber schnell kühl und die Stube lockt. Kein Fehler, denn nach einem Tag Pause meldet sich kurz darauf das nächste Sommergewitter. Die heutige Etappe ist nur zu empfehlen. Toller Karrenweg an der Ochsenlenke, tolle Abfahrt, tolle Einkehr fürs Mittagessen, das faszinierende osttiroler Arvental, und dann diese fast schon kitschige Hütte. Noch ein paar solcher kurzer Etappen und es ist auch noch ein richtiger Urlaub.

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