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Höhenprofil

Montag, 17. Juli 2006

Tag 6: Von den Pale di San Martino bis ins Lagorei

Falcade - Passo Valles - Val Venegia - Passo Rolle - San Martino - Tognola - Rifugio Refavaie Streckenbeschreibung

Start: 9:00 Uhr - Stop: 18:30 Uhr - Kilometer: 67 km - Höhenmeter: +2325 hm / -2375 hm - Maximale Höhe: 2160 m  Schnitt: 10,0 km/h - Fahrzeit: 6:40 h  - Temperatur: 14 - 33 C°

Albergo Mulaz in Falcade
Albergo Mulaz in Falcade
Blick zurück auf Falcade und Civetta
Blick zurück auf Falcade und Civetta
Am Passo Valles (2032 m)
Am Passo Valles (2032 m)

Der nächste Tag bringt uns wie gewohnt Sonne. Die Temperaturen sind aber noch erträglich, als wir die Straße zum Passo di Valles (2031 m) hinauftreten. Vorher haben wir uns im Supermarkt frisch versorgt und vergeblich versucht eine Verbindung abseits der Straße zu finden, die in der Karte zu sehen ist. Die Straße ist aber nicht stark befahren. Am Pass wird das zweite Frühstück verdrückt und der verschwitzte Rücken in die Sonne gedreht. Wir haben wie üblich keine Eile und genießen den Moment. Im Osten sehen wir immer noch die Civetta, die uns schon seit gestern begleitet. Im Südwesten erstreckt sich in der Ferne die Lange Kette des Lagorai. Wir rollen die Straße einige hundert Meter runter und zweigen bei 1650 m ins Val Venegia ab. Dieses ist ein wahrer Magnet für Touris und wie üblich ist die Hölle los. Mir wäre es ganz recht, wenn wir das schnell hinter uns lassen und bis zum Mittagessen an der Capana Cervino am Passo di Rolle sind. Ich stehe mit dieser Vorstellung allerdings alleine da. So landen wir zusammen hunderten anderen auf der riesigen Terasse der Malga Vengiota (1830 m), die zugegebenermaßen absolut traumhaft liegt und tolle Blicke auf die Pale di San Martino bietet. Die Spaghetti kommen nun auch mir ganz gelegen. Unangenehm ist wieder mal der fehlende Schatten.

Val Venegia mit den Pale di San Martino
Val Venegia mit den Pale di San Martino
Mittagspause an der Malga Venegiota (1830 m)
Mittagspause an der Malga Venegiota (1830 m)
Val Venegia mit den Pale di San Martino
Val Venegia mit den Pale di San Martino
Mittagspause an der Malga Venegiota (1830 m)
Mittagspause an der Malga Venegiota (1830 m)

Murmelbahn am Ende des Val Venegia
Murmelbahn am Ende des Val Venegia

Nach dem Essen nehmen wir die Murmelbahn hinauf zur Baita Segantini (2174 m) in Angriff. Mit wenig Steigung geht es dort auf losem Schotter in endlosen Kehren zum höchsten Punkt. Es wird kühl, aber kein Vergleich zu meinem letzten Besuch im Venegia, als Elmar und ich völlig durchnässt wurden. Wir suchen nicht lange nach einem Alternativweg und rollen die Schotterpiste zum Passo di Rolle (1980 m) hinunter. Wieder mal ein Skigebiet. Vor der Weiterfahrt reserviere ich uns schon mal eine Übernachtung in der Rifugio Refavaie.

Da die weitere Streckenplanung leider nicht funktioniert wie geplant – der Verbindungsweg von der Malga Rolle zu den Laghi del Colbricon ist für Mountainbikes gesperrt – fahren wir ein Stück die Straße hinunter und biegen an der Ponte delle Fosse auf den häufig genannten Trail nach San Martino (1444 m) ein. Meistens geht es über Wiesen bis zu den ersten Häusern. Dort zweigen wir direkt nach rechts ab, um keine weiteren Höhenmeter zu verlieren. Ein Pfad führt uns am Waldrand entlang bis zu einer Straße, der wir weiter folgen, bis wir nach einer steilen Rampe am Ristorante Malga Ces stehen. Sackgasse! Der Blick die Skipiste hinunter zeigt ca. 100 Meter weiter unten einen Schotter Weg, der der richtige hätte sein können. Nun gut: erst mal Futterpause.

Auffahrt zur Malga Tognola (1988 m)
Auffahrt zur Malga Tognola (1988 m)
Tognolatrail
Tognolatrail

Der Weg ist dann zum Gück der richtige und wir folgen den nun vorhandenen Wegweisern zur Malga Tognola (1988 m). Dabei liefern wir uns ein heißes Rennen mit zwei Mädels, die sich joggend mal vor und mal hinter uns befinden. Auf einem Flachstück kurz vor der Malga hängen wir sie endgültig ab. Währenddessen hat sich der Himmel arg verdunkelt, aber es regnet (noch) nicht. Wir sind komplett alleine auf weiter Flur. Der Weg 352 ist schnell gefunden und es kann losgehen mit der vielfach diskutierten Abfahrt. Die ersten Meter sind tatsächlich, wie erwartet. Dicke runde Steine und Matschlöcher zwingen uns oft neben das Bike. Der Weg wird schnell besser zu fahren, einfach ist er allerdings nicht. Auch nicht weiter unten im Wald. Steil, rutschig und von Steinen übersäht, fordert er von uns wirklich alles, was unsere CC-Geometrien erlauben. Es regnet zwar immer noch nicht, der Weg ist aber trotzdem feucht. Er ist endlos und ich bin doch froh, als wir es hinter uns haben und bei 1600 m wieder Schotter unter den Füßen haben. Der Weg hat viel Kraft gekostet. In all den Jahren Transalp gehörte das vor allem wegen der Länge zum anspruchvollsten, was ich bisher gefahren bin. Es gibt zwar keine ausgesetzten Stellen, aber ein möglicher Überschlag ist allgegenwärtig.

Tognolatrail
Tognolatrail

Auf den Trail folgt eine ebenso lange Schotterabfahrt bis Caoria (828 m), bei der die Bremsen qualvolle Minuten durchleiden müssen. Da die Kräfte mittlerweile ziemlich am Ende sind, ist auch das kein Vergnügen mehr. Und es ist noch nicht alles, denn es liegen noch ein paar Höhenmeter Straße bis zur Refavaie (1116 m) vor uns. So wie es aussieht hat es kurz vorher geregnet. Der Teer ist nass und Nebel steigt von der warmen Straßendecke auf. Für mich ist es in allen Belangen ein Déjà vu. Als ich vor vier Jahren mit Elmar hier entlang gefahren bin, herrschte exakt dieselbe Stimmung. Wir hatten ebenfalls einen langen Tag hinter uns und es hatte kurze Zeit zuvor geregnet. Genau wie damals fahren wir nun mit letzten Kräfte in den abendlichen Sonnenstrahlen dem Tagesziel entgegen. Alexander ist bereits ein bisschen ungehalten. In der „Hütte“ (es ist mittlerweile eher ein kleines Hotel) haben wir ein komfortables Zimmer. Ich freue mich schon riesig auf die hausgezüchtete Forelle zum Abendessen. Nur wegen des Essens empfiehlt sich bereits ein Abstecher hierher. Es ist wirklich lecker.

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