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Höhenprofil

Samstag, 15. Juli 2006

Tag 4: Ab in die Dolomiten

Patscher Hütte - Staller Sattel - Antholtz - Welsberg - Dürrensteinhütte Streckenbeschreibung

Start: 8:15 Uhr - Stop: 16:15 Uhr - Kilometer: 68 km - Höhenmeter: +1525 hm / -1200 hm - Maximale Höhe: 2026 m  Schnitt: 12,7 km/h - Max: 69,7 km/h - Fahrzeit: 5:35 h  - Temperatur: 11 - 37 C°

Auffahrt zum Staller Sattel
Auffahrt zum Staller Sattel
Obersee vom Staller Sattel aus gesehen
Obersee vom Staller Sattel aus gesehen
Obersee mit gleichnamiger Hütte
Obersee mit gleichnamiger Hütte

Gut erholt und bei strahlend blauem Himmel begeben wir uns in die morgendliche Kälte. Wir starten einen kurzen Versuch den Pfad auf der Westseite des Tals bis zur Staller Sattel Straße zu fahren. Er ist nur leicht verblockt, erscheint uns aber im weiteren Verlauf zu unsicher. So nehmen wir doch die Piste und kommen etwas durchgefroren nach kurzer Zeit weiter unten an der Straße an. In der Sonne geht es nun die Passstraße hinauf, zum Glück nicht stark befahren. Genau so habe ich das in Erinnerung von der allerersten Tour. Wir passieren den wunderschönen Obersee mit der gleichnamigen Hütte, das eigentliche Ziel für gestern. Zumindest von außen betrachtet wäre auch das kein Fehler gewesen. Die Hütte sieht sehr gut aus und liegt nicht direkt an der Straße. Insgesamt ist der Staller Sattel (2052 m) landschaftlich sowieso herrlich gelegen, es stört halt nur die Straße.

Blechhaufen am Staller Sattel (2052 m)
Blechhaufen am Staller Sattel (2052 m)
Blick vom Staller Sattel auf den Antholtzer See
Blick vom Staller Sattel auf den Antholtzer See

Am Sattel herrscht dann ziemliches Chaos. Motoräder und Autos stapeln sich. Um nicht weitere Kilometer auf der Straße zu verbringen, hatte ich mir nun eine Erstbefahrung herausgesucht, den direkte Weg nach Süden über die Regelscharte/Hexenscharte (2644 m). Ich gehe die ersten Meter des Weges ab und diese verheißen nichts Gutes. Ein schmaler Pfad, total verblockt und mit kurzen Klettereinlagen. Mein Urlaubsgefühl sagt mir, das muss nicht sein. Bei dem Wetter wäre es zwar kaum ein Risiko, aber wenn der Weg in dem Stil 600 hm nach oben geht, dann muss das doch nicht sein. Das Hundskehljoch hat uns gerade gereicht. Also wieder auf die Straße. Die Abfahrt in Richtung Antholtz ist per Ampelanlage so geregelt, dass die Autos nur zur vollen Stunde 15 Minuten lang hinunter fahren dürfen. Die Straße ist für Begegnungsverkehr einfach zu schmal. Wir starten kurz bevor die Ampel auf grün springt und haben so die Kehren für uns alleine. Ich bin ja ein großer Fan von Staßenabfahrten. Der Druck, mit dem man in die engen Kurven gedrückt wird, lässt erahnen, warum es so viele Motorradfahrer in die Berge zieht.

Am Antholtzer See (1634 m)
Am Antholtzer See (1634 m)
Radweg im Antholtzer Tal mit Blick auf die Pragser Dolomiten
Radweg im Antholtzer Tal mit Blick auf die Pragser Dolomiten
Olanger Stausee mit Kronplatz
Olanger Stausee mit Kronplatz

Am Antholtzer See (1634 m) machen wir Stopp. Einfach die Sonne etwas genießen, kurz zu Hause anrufen und die Reservierung in der Dürrensteinhütte klar machen. Denkste. Ich lande bei der Rifugio Croda da Lago, zwar auch nett gelegen, aber dieses Jahr nicht auf unserer Route. Da sind mir bei der Planung wohl die Nummern durcheinander gekommen. Wir fliegen ohne Reservierung weiter die Straße hinunter, bis wir in Antholtz-Niedertal auf einen ausgeschilderten Radweg treffen. Immer wieder säumen Pausen unseren Weg. Am Olanger Stausee treffen wir auf die Hauptstraße durchs Pustertal. Kein Spaß, aber bis Welsberg (1087 m) sind es nur wenige Kilometer. Dort besorge ich mir in der Touriinfo erst mal die korrekte Telefonnummer und mache die nächste Übernachtung klar. Es ist kurz vor 12, gerade noch rechtzeitig, um auch noch einen Spar zu plündern. Heute also mal Mittagessen auf der Straße. Der Ort ist ganz nett. Nicht so überlaufen, wie viele andere bekanntere Dörfer. Es geht sehr ruhig zu.

Weg 2A nach Schmieden
Weg 2A nach Schmieden

Die weitere Strecke in Richtung Schmieden (1206 m) führt wieder über einen geteerten Radweg. Kaum Steigung, aber die ist auch gar nicht nötig. Ohne einen Funken Schatten kämpfen wir uns durch einen geöffneten Backofen. Unglaublich. Dabei sehen wir bereits die Zacken der ersten Dolomitengipfel. Bei Schmieden gelangen wir wieder auf eine Schotterpiste, die zum Glück ein bisschen durch den Wald führt. Die Hitze macht mir wirklich zu schaffen.

Am Alpengasthof Brückele mit Blick auf Kleine Gaisl und Rote Wand
Am Alpengasthof Brückele mit Blick auf Kleine Gaisl und Rote Wand

Die nächste Pause zum Runterkühlen hätte der Alpengasthof Brückele (1491 m) sein können. Der ist aber chiuso. So hängen wir eine Weile unter einers Brücke am Stollenbach herum. Hoch über uns thront im Osten der auffällige Dürrenstein, der Namensgeber unserer Hütte. Wie ein ausgestreckter Finger zeigt er in den Himmel. Viel liegt nicht mehr vor uns. Der Tag wird also wieder sehr entspannend. Dank der ausgelassenen Regelscharte haben wir fast eine Ruheetappe. Die Hitze ist sowieso anstrengender als die Höhenmeter. Nun geht es auf der Straße gemütlich weiter gen Plätzwiese (1993 m). Ab und zu spenden ein Paar Bäume Schatten vor der fast senkrecht stehenden Sonne. Kurz vor dem Parkplatz Plätzwiese wird auch die Straße senkrechter und immer schmaler. Echt unangenehm, wenn dann ein Auto oder Bus an einem vorbei will.

Plätzwiese mit Dürrensteinhütte (2040 m) und Cristallo Gruppe
Plätzwiese mit Dürrensteinhütte (2040 m) und Cristallo Gruppe

Kurz darauf haben wir freien Blick über die ganze Plätzwiese bis zur Dürrensteinhütte (2040 m). Keine Autos mehr, nur ein Haufen Wanderer. Die meisten kommen uns bereits entgegen. An der Hütte wird erst mal eingecheckt. Es ist noch sehr früh und so bietet sich die Gelegenheit, einen Abstecher zu den Strudelköpfen (2308 m). zu machen. Die Hüttet bietet zwar famoses Dolomitenpanorama in alles Richtungen, aber die im Osten liegenden Drei Zinnen kann man von hier aus nicht sehen. Ohne Rucksack habe ich das Gefühl, den Berg hinauf zu fliegen. Nur kurz allerdings, dann wird es schon wieder anstrengend. Auch 200 hm müssen erst mal gefahren werden. Man muss nicht komplett bis zum Kreuz hinauf. Wenn man sich bei Zeiten Rechts hält hat man bereits freien Blick auf die Drei Zinnen. Einige gestellte Fotos und ab geht es zurück zur Hütte. Dort hat sich mittlerweile ein Bikerpärchen auf einer Dolomitenrundtour in unserem Zimmer eingenistet. Sie sind ganz beeindruckt von unserem Alpencrossvorhaben :)

Abstecher zur Strudelalpe mit Drei Zinnen-Blick
Abstecher zur Strudelalpe mit Drei Zinnen-Blick
An der Strudelalpe, hinten der Dürrenstein
An der Strudelalpe, hinten der Dürrenstein
Die Dürrensteinhütte in der Abendsonne
Die Dürrensteinhütte in der Abendsonne
In der Dürrensteinhütte
In der Dürrensteinhütte

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