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Freitag, 19. Juli 2002

Tag 3: Über das Pfunderer Joch zum Nationalpark Fanes

St. Jakob - Pfunderer Joch - Niedervintl - St. Lorenzen - St. Vigil - Pederühütte Streckenbeschreibung

Start: 9:00 Uhr - Stop: 20:00 Uhr - Kilometer: 82 km - Höhenmeter: +2100 hm / -2050 hm - Schnitt: 11,1 km/h - Fahrzeit: 7 h

Übernachtung im Hotel Hofer in St. Jakob (1449 m)
Übernachtung im Hotel Hofer in St. Jakob (1449 m)
Der Aufstieg zum Pfunderer Joch (in der Nähe der Großbergalm), im Hintergrund das Schlüsseljoch
Der Aufstieg zum Pfunderer Joch (in der Nähe der Großbergalm), im Hintergrund das Schlüsseljoch

Nach einem Abschiedsfoto von unserer Unterkunft geht es gemütlich in der Morgensonne nach Fußendraß (1381 m). Einen Supermarkt zum Eindecken mit Verpflegung erwischen wir leider nicht. Das heutige Tagesprogramm ist geprägt von der Überquerung des Pfunderer Jochs (2568 m), das für mich einer der wichtigsten Punkte dieser Tour ist. Mittlerweile kann ich sagen, dass dieses Joch tatsächlich zum Beeindruckensten zählt, was ich je erlebt habe. Zum einen gehört die "fahrbare" Auffahrt zum Steilsten, was man mit dem Rad bewältigen kann, zum anderen ist die Landschaft und die Einsamkeit unvergleichlich. Doch eines nach dem anderen.

An der verfallenen Brücke über den Großbergbach, hinten das Pfunderer Joch
An der verfallenen Brücke über den Großbergbach, hinten das Pfunderer Joch
Das Pfunderer Joch (2568 m) ist geschafft
Das Pfunderer Joch (2568 m) ist geschafft
Weiter hinauf zum Pfunderer Joch
Weiter hinauf zum Pfunderer Joch

Man hat auf dem gesamten Aufstieg so gut wie keine Erholungsmöglichkeiten. Erbarmumgslos zieht sich der Weg den Berg hinauf. Oberhalb von Fußendraß zunächst durch den Wald und ab der Großbergalm durch ein baumloses Hochtal. Ab dort hat man bereits freien Blick hinauf aufs Joch. Dreht man sich um, erblickt man das Schlüsseljoch, ebenfalls ein bekannter Bikeübergang, auf der anderen Seite des Pfitscher Tals. Nach einer kleinen Pause an der verfallenen Brücke und der Schockfrostung der Füße im Großbergbach, erreichen wir nach vielen Stunden endlich das Pfunderer Joch (2568 m). Die letzten Meter können wir nur noch schiebend bewältigen. Direkt hinter dem Kamm liegt noch ein kleiner Schneehaufen. Kein Vergleich zu dem gigantischen Schneefeld, das Elmar hier vor einem Jahr elebt hat. So ist es auch für ihn ein "neues" Erlebnis. Die Geröllfelder kommen einer Mondlandschaft sehr nahe und es ist ebenso einsam. Ab und zu ein Biker, sonst nichts.

So wie die Auffahrt bis auf Kleinigkeiten komplett fahrbar ist, gilt das auch für die Abfahrt. Nur bei einigen engen steilen Serpentinen an der Weitenbergalm muss ich vom Rad. Ab der Alm führt uns ein bequemer Schotterweg weiter hinunter bis nach Pfunders (1196 m), wo es es ein verspätetes Mittagessen gibt, bestehend aus Spaghetti für mich und letzten Rucksackreserven für Elmar.

Blick auf die Abfahrt vom Pfunderer Joch
Blick auf die Abfahrt vom Pfunderer Joch
Abwärts geht's, hinten die letzen Schneereste
Abwärts geht's, hinten die letzen Schneereste
Wahnsinns Landschaft auf der Abfahrt vom Pfunderer Joch
Wahnsinns Landschaft auf der Abfahrt vom Pfunderer Joch
Photopause an der Weitenbergalm (2039 m)
Photopause an der Weitenbergalm (2039 m)

Viel haben wir nun nicht mehr vor uns, denn die weitere Strecke ist unspektakulär. Dachten wir jedenfalls. Über Niedervintl (756 m) fahren wir den Radweg Richtung St. Lorenzen, wo wir nach St. Martin abzweigen, um auf halber Höhe - parallel zur Hauptstraße im Tal - über Pfarre Enneberg (1284 m) nach St. Vigil (1193 m) zu gelangen. Dort wollen wir uns eine Übernachtung suchen. Obwohl 18 Uhr vorbei ist und unsere Kräfte auch vorbei sind, entscheiden wir uns, noch ein paar Meter weiterzufahren Richtung Pederü, denn die Preise in St. Vigil sind einfach nur noch geschmacklos. Dumm ist nun, dass ich mich damit verkalkuliert habe und es entgegen meiner Annahme im gesamten Tal nicht eine einzige Übernachtungsmöglichkeit gibt. Auf dem Zahnfleisch erreichen wir mit den letzten Sonnenstrahlen die Pederühütte (1540 m). Hier bin ich Mitte August schon mal mittem am Tag vorbeigekommen und habe schlechte Erinnerungen. Um die jetzige Tageszeit scheinen die Touristenbusse allerdings den in der Abendsonne leuchtenden Nationalpark Fanes hinter sich gelassen zu haben. Es ist nicht mehr viel los und wir bekommen problemlos ein Zimmer zu einem Preis, der im Rahmen liegt und uns jetzt ohnehin völlig egal ist. Fazit: Heute haben wir deutlich zu wenig gegessen.

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