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Samstag, 20. Juli 2002

Tag 4: Cortina d'Ampezzo, Croda da Lago, Passo Staulanza

Pederühütte - Limojoch - Cortina d'Ampezzo - Croda da Lago - Forcela Ambrizzola - Passo Staulanza Streckenbeschreibung

Start: 8:45 Uhr - Stop: 18:45 Uhr - Kilometer: 47 km - Höhenmeter: +1900 hm / -1650 hm - Schnitt: 7,3 km/h - Fahrzeit: 6 h

Blick zurück auf die Rifugio Pederü
Blick zurück auf die Rifugio Pederü
Rifugio Fanes (2060 m)
Rifugio Fanes (2060 m)

Beim Aufbruch liegt noch der Schatten der Berge auf der Rifugio Pederü (1540 m). Uns wird aber schnell warm, denn eine steile Rampe führt am Talende nach oben. Nach 250 hm wird die Piste flacher und es bleibt etwas Luft sich an der tollen Dolomitenlandschaft zu erfreuen. Neben uns sind bereits zahlreiche Wanderer unterwegs. Sowohl Elmar als auch ich kennen diese Strecke schon. Er nutzt das gute Wetter und macht viele Fotos. Wir kommen an der Rifugio Fanes vorbei, bei der ich 2000 schon mal übernachtet habe, und erreichen das Limojoch (2172 m). Elmar bleibt tatsächlich bis oben im Sattel.

Die Abfahrt nach Cortina d'Ampezzo (1224 m) durch das Fanestal ist steil und gleicht einer Geröllwüste. Dort kommt uns ein Rennradfahrer entgegen, schiebend. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man mit so einem Rad bei einer Abfahrt auf solch einem Weg Spaß haben kann, aber ich habe Respekt vor ihm. Kurz vor dem Talende queren wir noch die Ponte alto, die eine schmale tiefe Schlucht überspannt. Hier sind wir nicht mehr alleine. Durch die Nähe zu Cortina strömen ganze Heerscharen zu diesem Naturschauspiel und wir müssen Slalom fahren.

Auf dem Weg von Cortina (1224 m) zur Forcela Ambrizzola (2277 m)
Auf dem Weg von Cortina (1224 m) zur Forcela Ambrizzola (2277 m)
Blick vom Lago Federa zur Forcela Ambrizzola und dem Becco di Mezzodi (2603 m)
Blick vom Lago Federa zur Forcela Ambrizzola und dem Becco di Mezzodi (2603 m)
Bezaubernd: Lago Federa mit der Rif. Croda da Lago (2046 m)
Bezaubernd: Lago Federa mit der Rif. Croda da Lago (2046 m)

Den Tipp, über den Lago Ajal den Trubel von Cortina zu umfahren, ignorieren wir. Das Mittagessen steht an und so suchen wir uns eine Pizzeria, um wieder zu Kräften zu kommen, damit es uns nicht wieder so ergeht wie gestern. Wir wissen nämlich noch nicht, wo wir übernachten werden. Durch die lange Etappe von gestern, sind wir unserer geplanten Route etwas vorraus und bis zum Lago Federa (2046 m) ist es nicht mehr weit. Die Auffahrt dorthin ist vom Feinsten. In der Kompasskarte als Bikestrecke ausgewiesen, bekommen wir sogar zu Fuß Schwierigkeiten. Ich passe bereits auf dem Weg zur Malga Federa, die Elmar noch fahrend (kriechend) erreicht. Auf den restlichen Metern bis zum See krabbeln wir quasi eine senkrechte Wand hinauf. Wahnsinn. Immerhin ist dies der Versorgungsweg für die Rifugio Croda da Lago. Entschädigt werden wir von einer kleinen Rifugio, die ganz bezaubernd am See liegt. Ich hänge meine Füße ins Wasser, um die von der vielen Lauferei aufkommenden Schmerzen zu ertränken.

Die letzten Meter zur Forcela Ambrizzola (2277 m), hinten die Cima d'Ambrizzola
Die letzten Meter zur Forcela Ambrizzola (2277 m), hinten die Cima d'Ambrizzola
Rückblick auf Cima d'Ambrizzola (2715 m)
Rückblick auf Cima d'Ambrizzola (2715 m)
Blick auf den Monte Pelmo (3168 m)
Blick auf den Monte Pelmo (3168 m)

Für eine Übernachtung ist es noch viel zu früh und Duschen gibt es auch keine. Bis zur Rifugio Citta di Fiume können wir es gut schaffen. Auf einem anspruchsvollen aber fahrbaren Karrenweg mit leichter Steigung gelangen wir im Schatten der Cima d'Ambrizzola zur Forcela (2277 m). Von dort erreichen wir meist fahrenderweise die Citta di Fiume, immer den beeindruckenden Felskoloss des Monte Pelmo (3168 m) im Blick. Auf dem Weg jagt eine Foto das nächste, so geil ist die wilde zerklüftete Dolomitenlandschaft. Obwohl zeitlich eine Übernachtung nun durchaus angebracht wäre, gefällt mir diese Hütte äußerlich überhaupt nicht und wir fahren noch ein Stück weiter, um am Passo Staulanza eine brauchbare Bleibe zu finden. Dort bekommen wir erschöpft ein ein Zimmer und zahlen den mittlerweile fast gewohnten hohen Preis von über 40 Euro für die Halbpension. Ist halt Italien. Wieder liegt ein langer Tag hinter uns, aber nun sind wir unserer Plaunung ein ganzes Stück vorraus und haben damit mehr Luft für die letzten Tourtage mit Ortigara und Pasubio

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