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Donnerstag, 18. Juli 2002

Tag 2: Über Geisel- und Pfitscher Joch durch die Tuxer Alpen

Weidener Hütte - Geiseljoch - Vorderlanersbach - Finkenberg - Schlegeisspeicher - Pfitscher Joch - St. Jakob Streckenbeschreibung

Start: 9:00 Uhr - Stop: 19:00 Uhr - Kilometer: 65 km - Höhenmeter: +2000 hm / -2350 hm - Schnitt: 9,8 km/h - Fahrzeit: 6½ h

Der Regen hat fast aufgehört und wir können bereits von der Hütte aus das Geiseljoch (2292 m) erkennen. Es ist komplett fahrbar und bietet normalerweise ein super Panorama mit Blick auf den Olperer (3476 m), die Aussicht bleibt heute aber vor lauter Wolken etwas auf der Strecke. Der dürre Baum am Joch weckt bei mir Erinnerungen an meine Alpentour von 1999.

Die Weidener Hütte am Morgen
Die Weidener Hütte am Morgen
Blick zum Geiseljoch (2292 m)
Blick zum Geiseljoch (2292 m)
Trail zum Geiseljoch (2292 m)
Trail zum Geiseljoch (2292 m)
Wolkenverhangenes Panorama am Geiseljoch (2292 m)
Wolkenverhangenes Panorama am Geiseljoch (2292 m)
Blick vom Geiseljoch (2292 m) auf die Abfahrt Richtung Vorderlanersbach
Blick vom Geiseljoch (2292 m) auf die Abfahrt Richtung Vorderlanersbach

Nach kurzer Pause rasen wir durch die langsam aufreißende Wolkendecke auf einer 1000 m Abfahrt nach Vorderlanersbach (1257 m). Dort wird für das zweite Frühstück ein Supermarkt geplündert, bevor es noch etwas weiter hinunter geht bis nach Finkenberg (839 m). Hinter Dornau beginnt dann die ewige Auffahrt auf der Teerstraße Richtung Schlegeisspeicher (1782 m). Zu Beginn ist das Tal eine enge und beeindruckende Schlucht, wird dann aber wieder breiter und langweiliger. Am Gasthaus Breitlahner (1256 m) machen wir am Mauthäuschen erst Mal Mittag und leeren die Rucksäcke. Cornis, Landjäger und Äpfel müssen ihr Leben lassen. Das Wetter hat sich immer noch nicht entschieden, ob es besser werden will. Es ist nachwievor durchwachsen, aber bis jetzt trocken geblieben.

Auffahrt zum Schlegeisspeicher
Auffahrt zum Schlegeisspeicher
Wolkenspiele am Schlegeisspeicher (1782 m)
Wolkenspiele am Schlegeisspeicher (1782 m)

Durch die engen Tunnels der Mautstraße herrscht abwechselnd Einbahnstraßenbetrieb. Der Verkehr hält sich zwar in Grenzen, dennoch muss ich einmal anhalten, um den Gegenverkehr passieren zu lassen. Oberhalb der Tunnels wird das Tal wieder breiter und wir können schon die Staumauer erblicken, die sich vor uns auftürmt. Ich bin ziemlich geschafft und echt erleichtert, als wir endlich am Stausee ankommen. Wenig erbaulich ist der Touristenrummel, der hier herrscht. Wie mag es am Schlegeisspeicher an wirklich schönen Augusttagen zugehen? Vom tollen Panorama mit den Gletschern von Hochfeiler und Möseler ist nichts zu sehen. Die Berge liegen komplett in den Wolken. Also schnell weiter.

Auf dem Weg vom Schlegeisspeicher zum Pfitscher Joch
Auf dem Weg vom Schlegeisspeicher zum Pfitscher Joch
Grenzüberschreitung am Pfitscher Joch (2246 m)
Grenzüberschreitung am Pfitscher Joch (2246 m)

Nach der langen Kurbelei bin ich fast froh, dass wir nun ein Schiebestück vor uns haben. Nur noch wenige Meter können im Sattel bewältigt werden, bevor die Wanderung zum Pfitscher Joch (2246 m) beginnt. Mit etwas Einsatz gelingt es mir, mein Rad auf dieser "Tragestecke" schiebend hinaufzuschaffen. Obwohl es noch mal kurz regnet, reißen am Joch die Wolken endgültig auf und die Sonne kommt herraus. Sie scheint mit den vorbeiziehenden Nebelschwaden spielen zu wollen. Es herrscht Einsamkeit, die zufrieden macht.

Abfahrt vom Pfitscher Joch (1)
Abfahrt vom Pfitscher Joch (1)
Abfahrt vom Pfitscher Joch (2)
Abfahrt vom Pfitscher Joch (2)
Abfahrt vom Pfitscher Joch (3)
Abfahrt vom Pfitscher Joch (3)

Es bewarheitet sich einmal mehr. In Italien beginnt das gute Wetter. In der Abendsonne rollen wir hinunter ins Pfitschtal unserer Übernachtung entgegen. Wir hätten zwar im Pfitscher Jochhaus übernachten können, zwei Hüttenübernachtungen hintereinander müssen aber nicht sein, zumal das Jochhaus wirklich sehr einsam gewirkt hat. Geplant haben wir nun die Pizzeria Hochfeiler in St. Jakob (1449 m). Leider hat diese aber nicht mit uns geplant und ist wegen Umzugs geschlossen. So ein Dreck. Also heißt es hausieren gehen und eine Alternative finden. Gefunden haben wir zwar schnell, es brauchte aber einige Zeit, bis wir uns an die italienischen Preise im Zeitalter des Euro gewöhnt hatten. So sind wir im Hotel Hofer gelandet.

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